Folkert Lenz, Die ultimativen Klettersteige in den Alpen
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2 Tage 6 Stunden her - 2 Tage 6 Stunden her #22
von Gipfelsammler
Folkert Lenz, Die ultimativen Klettersteige in den Alpen wurde erstellt von Gipfelsammler
Folkert Lenz
Die ultimativen Klettersteige in den Alpen
51 legendäre Routen
Bruckmann, München, 2025, 224 Seiten, 31,99 €
"Steil aufragende Felswände, atemberaubende Tiefblicke und das Gefühl, eins mit dem Berg zu sein – Klettersteige sind die perfekte Mischung aus Abenteuer und alpinem Genuss. Lass dich inspirieren von der Vielfalt der Wege in den Alpen von Frankreich über die Schweiz, Italien, Österreich und Deutschland bis nach Slowenien und erlebe die Ursprünglichkeit der Natur von idyllischen Tälern bis hinauf zu den erhabensten Gipfeln."
Klingt gut; ist auch der Werbetext des Verlages. Folkert Lenz stellt europaweit 51 Klettersteige vor, denen er den Superlativ "ultimativ" zubilligt. Man möchte ja meinen, dass der Bedarf an Klettersteigführern bereits gedeckt sein könnte. Und klar ist auch: Wer Vollständigkeit sucht, wird nicht zu einem Auswahlführer greifen. Noch dazu, wenn sich die einzelnen Touren von Grenoble bis nördlich von Ljubljana erstrecken. Wie viele werden wohl alle vorgestellten Touren machen? Allerdings: Walter Pause hat das seinerzeit vorgemacht mit seinen Büchern wie "Im Kalkfels der Alpen" oder "Klassische Alpengipfel, in denen jeweils hundert Touren vorgestellt werden und nicht wenige Bergsteiger haben alle diese Touren nachgemacht. Warum also nicht auch hier?
Von der Tourenauswahl her kann man freilich immer streiten. schaut man sich die in Deutschland gelegenen Touren an, ist das Einbeziehen von Mauerläufer-Klettersteig, Pidinger Klettersteig und Hochthron-Klettersteig die Auswahl für gelungen. Warum die überlaufene Alpspitzferrata mit Seilbahnzustieg hier erscheint, erschließt sich mir nicht. Und wenn man den Höllentalsteig als Klettersteig einstuft, was heutzutage ja die meisten tun, dürfte die Watzmannüberschreitung eigentlich nicht fehlen. Aber lassen wir dem Autor die Freiheit, die Auswahl selbst vorzunehmen.
Optisch ist es jedenfalls ein schönes Buch geworden mit Hardcoverumschlag und über 350 Abbildungen von denen viele wirklich gut gelungen sind und die schöne Eindrücke vermitteln.Inhaltlich finden sich gut lesbare Beschreibungen. Schön finde ich, dass die Anreisebeschreibungen auf öffentliche Verkehrsmittel beschränkt wurden. Wer trotzdem mit dem Auto anreist, hat ja für gewöhnlich ein Navi. Ergänzt werden die Beschreibungen mit Infokästen und einer Übersichtsskizze. Letztere reizen aber zur Kritik, denn die Skizzen wirken eher wie grob auf der Tour gezeichnet. Im Klettersteig wird sich freilich trotzdem in der Regel niemand verlaufen. Für die Zustiege sind sie aber auch keine große Hilfe. Mir unverständlich, warum hier keine echten Kartenausschnitte genutzt wurden.
Und als größtes Manko empfinde ich das Fehlen von Topos. Sich hier nur auf die Wortbeschreibung zu begrenzen, ist schon längst nicht mehr zeitgemäß. Topos sind unentbehrlich für die Planung der Tour, die Zeit- und Krafteinteilung und für das schnelle Erkennen von Notausstiegen. Eigentlich schade, denn das entwertet den Band schon sehr. Mich hat es ein wenig an die Führerliteratur der Siebziger Jahre erinnert, die sich in etwa so las "über Weg XY zum Einstieg etwa in Wandmitte und von dort der besten Durchstiegsmöglichkeit folgend zum Gipfel, II - III." Mit so etwas gibt sich heute niemand mehr zufrieden. Natürlich verweist der Autor schon im Vorwort auf die Möglichkeit, sich im Internet Gps-Tracks und andere Informationen zu beschaffen.
Aber brauche ich dann noch ein Buch? Außer natürlich zum gemütlichen Lesen an langen Winterabenden? Aber auch das ist ja ein schöner Zeitvertreib.Gipfelsammler
Die ultimativen Klettersteige in den Alpen
51 legendäre Routen
Bruckmann, München, 2025, 224 Seiten, 31,99 €
"Steil aufragende Felswände, atemberaubende Tiefblicke und das Gefühl, eins mit dem Berg zu sein – Klettersteige sind die perfekte Mischung aus Abenteuer und alpinem Genuss. Lass dich inspirieren von der Vielfalt der Wege in den Alpen von Frankreich über die Schweiz, Italien, Österreich und Deutschland bis nach Slowenien und erlebe die Ursprünglichkeit der Natur von idyllischen Tälern bis hinauf zu den erhabensten Gipfeln."
Klingt gut; ist auch der Werbetext des Verlages. Folkert Lenz stellt europaweit 51 Klettersteige vor, denen er den Superlativ "ultimativ" zubilligt. Man möchte ja meinen, dass der Bedarf an Klettersteigführern bereits gedeckt sein könnte. Und klar ist auch: Wer Vollständigkeit sucht, wird nicht zu einem Auswahlführer greifen. Noch dazu, wenn sich die einzelnen Touren von Grenoble bis nördlich von Ljubljana erstrecken. Wie viele werden wohl alle vorgestellten Touren machen? Allerdings: Walter Pause hat das seinerzeit vorgemacht mit seinen Büchern wie "Im Kalkfels der Alpen" oder "Klassische Alpengipfel, in denen jeweils hundert Touren vorgestellt werden und nicht wenige Bergsteiger haben alle diese Touren nachgemacht. Warum also nicht auch hier?
Von der Tourenauswahl her kann man freilich immer streiten. schaut man sich die in Deutschland gelegenen Touren an, ist das Einbeziehen von Mauerläufer-Klettersteig, Pidinger Klettersteig und Hochthron-Klettersteig die Auswahl für gelungen. Warum die überlaufene Alpspitzferrata mit Seilbahnzustieg hier erscheint, erschließt sich mir nicht. Und wenn man den Höllentalsteig als Klettersteig einstuft, was heutzutage ja die meisten tun, dürfte die Watzmannüberschreitung eigentlich nicht fehlen. Aber lassen wir dem Autor die Freiheit, die Auswahl selbst vorzunehmen.
Optisch ist es jedenfalls ein schönes Buch geworden mit Hardcoverumschlag und über 350 Abbildungen von denen viele wirklich gut gelungen sind und die schöne Eindrücke vermitteln.Inhaltlich finden sich gut lesbare Beschreibungen. Schön finde ich, dass die Anreisebeschreibungen auf öffentliche Verkehrsmittel beschränkt wurden. Wer trotzdem mit dem Auto anreist, hat ja für gewöhnlich ein Navi. Ergänzt werden die Beschreibungen mit Infokästen und einer Übersichtsskizze. Letztere reizen aber zur Kritik, denn die Skizzen wirken eher wie grob auf der Tour gezeichnet. Im Klettersteig wird sich freilich trotzdem in der Regel niemand verlaufen. Für die Zustiege sind sie aber auch keine große Hilfe. Mir unverständlich, warum hier keine echten Kartenausschnitte genutzt wurden.
Und als größtes Manko empfinde ich das Fehlen von Topos. Sich hier nur auf die Wortbeschreibung zu begrenzen, ist schon längst nicht mehr zeitgemäß. Topos sind unentbehrlich für die Planung der Tour, die Zeit- und Krafteinteilung und für das schnelle Erkennen von Notausstiegen. Eigentlich schade, denn das entwertet den Band schon sehr. Mich hat es ein wenig an die Führerliteratur der Siebziger Jahre erinnert, die sich in etwa so las "über Weg XY zum Einstieg etwa in Wandmitte und von dort der besten Durchstiegsmöglichkeit folgend zum Gipfel, II - III." Mit so etwas gibt sich heute niemand mehr zufrieden. Natürlich verweist der Autor schon im Vorwort auf die Möglichkeit, sich im Internet Gps-Tracks und andere Informationen zu beschaffen.
Aber brauche ich dann noch ein Buch? Außer natürlich zum gemütlichen Lesen an langen Winterabenden? Aber auch das ist ja ein schöner Zeitvertreib.Gipfelsammler
Letzte Änderung: 2 Tage 6 Stunden her von Gipfelsammler. Begründung: Absätze einfügen
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