Allgäuer Dreigestirn - Mädelegabel, Trettachspitze und Hochfrottspitze
"Ich habe sie nicht vergessen, die Stunden und Tage an und auf diesen Bergen, zu allen Jahreszeiten. Es waren oft mühsame, manchmal harte Wege hinauf zu den schönsten Allgäuer Hochgipfeln - aber es waren immer Pfade hinein in die Bergseligkeit." (*)
Von den Allgäuern selbst bekommt man zu hören, dass ihr schönster und höchster Berg die Mädelegabel sei. Es ist wohl der bekannteste Gipfel der Allgäuer Alpen, aber nur deren Vierthöchster. Dafür ist die Mädelegabel der höchste Berg im Allgäu, auch wenn die Grenze unmittelbar über den Gipfel verläuft. Gleichwohl ein wuchtiger, durch die aufgeschobene Lechtaldecke quer gebänderter Felsklotz aus Hauptdolomit mit bis zu 400m hohen Wänden, dem allerdings die vorgelagerte und viel elegantere Trettachspitze die Schau stiehlt.
Die naheliegende Namensableitung von Mähder (eine gemähte Bergwiese) muss hinterfragt werden, da diese Bereiche früher nicht gemäht, sondern beweidet wurden. Die Gabel rührt dagegen vom Erscheinungsbild des Dreigestirns nach Norden, das an eine Gabel erinnert. Ursprünglich war Mädelegabel die Bezeichnung für alle drei Gipfel des Dreigestirns, erst später erfolgte eine Unterscheidung. Der Name muss in Verbindung mit den anderen Gipfeln gesehen werden, denn wie Gabeln ragen diese 3 Spitzen über der Mädele-Alpe empor. Damit können wir wohl von dieser Deutung des Namens ausgehen.
Im Jahre 1811 ist die erste Bergfahrt durch den Immenstädter Landgerichtsphysikus Dr. Bernhard Zör überliefert. Dabei scheint es sich jedoch eher um einen Besuch des "Scharzen-Milz-Ferners" gehandelt zu haben. Dagegen wird von Enzensberger angenommen, dass die Mädelegabel erstmals bei Vermessungsarbeiten in den Jahren 1818/1819 und bei Arbeiten der Grenzkommission im Jahre 1835 bestiegen wurde. Auf jeden Fall bestieg Baptist Schraudolph nach seinen Angaben die Mädelegabel im Jahre 1836, weil ihn eine Stange auf dem Gipfel neugierig machte. Also musste schon jemand vor ihm dort gewesen sein.
Die Mädelegabel wird meist in Verbindung mit dem Heilbronner Weg bestiegen, der die Rappenseehütte mit der Kemptner Hütte verbindet. Auch vom Waltenberger Haus führt ein Weg durch die Bockkarscharte herauf. Beim höchten Punkt des Schwarzmilzferners, der sich auf der Süd-Ost-Seite der Mädelegabel befindet, beginnt der leichte Normalaufstieg, der nur am Gipfel etwas Kletterei verlangt. Besonders imponierend ist der Tiefblick vom Gipfel auf die Westwand der Trettachspitze (s.u.).
Trettachspitze (2.595m) - man nennt sie auch das "Allgäuer Matterhorn"
"Wenn eine Spitze unbesteigbar ist, so muss es diese sein!" - schreibt der Pionier der Bergsteigerei Hermann von Barth in seinem 1869 erschienen "Allgäuer Wegweiser". Damit meinte er den berühmtesten und kühnsten Felsenzahn der Allgäuer Alpen, die Trettachspitze die weit hinausleuchtend in die Allgäuer Heimat als ein Wunder der Schöpfung über den Tälern steht. Sie besteht aus Hauptdolomit liegt direkt an der Verlängerung des Himmelschrofengrates, der sich von Oberstdorf aus in Richtung Süden zieht. Ihr nördlicher Nachbar, der Wildengundkopf, bildet den Abschluss dieses Himmelschrofenzuges. Auf der westlichen Seite befindet sich das Stillachtal und auf der Ostseite das Trettachtal, dessen Fluss dem Berg den Namen gab. Im südlichen Anschluss der Trettachspitze befindet sich durch einen schmalen Grat getrennt die Mädelegabel.
Noch vor etwa 150 Jahren gab es widersprüchliche Namensbezeichnungen: In Einödsbach wurde die Trettachspitze auch Giirskopf (Geierskopf) genannt – entweder wegen Ihrer Form von Norden her gesehen oder weil die Vögel damals ihre Beute auf unzugängliche Gipfel schleppten, um sie in aller Ruhe zu verspeisen (siehe "Fleischbank" im Wilden Kaiser). Allerdings waren im 19. Jahrhundert diese Aasfresser im Allgäu ausgestorben und die Bedeutung des Namens geriet in Vergessenheit. Erst Hermann von Barth und Waltenberger verhalfen dem "Unnahbaren Spitz" zum heutigen Namen: Trettachspitze. Der Flussname Trettach bedeutet "schnelle Ach". Draete für "eilig, schnell, rasch" und Ach für Wasser (in 1415: Draeteach).
Fast alle Allgäuer Gipfel wurden im 19. Jahrhunderts im Zuge von Vermessungsarbeiten und Kartographierung betreten. Hirten oder Jäger werden die meisten Gipfel aber als erste betreten haben: auf der Suche nach verirrtem Vieh oder einem Gamsbock waren die letzten Schritte auf den höchsten Punkt meist nicht mehr weit. Die meisten Erstbesteigungen der Allgäuer Berge verliefen daher überwiegend unspektakulär. Um so schöner ist die Geschichte von Urban, Alois und Mathias Jochum aus der Birgsau, als ungewollt frühe Vertreter des "verschärften Alpinismus" im Allgäu:
So vollzog sich nach der Überlieferung im August 1855 die erste Begehung der Trettachspitze auf dem schwierigsten Normalweg des Allgäuer Hauptkamms (*):
"Es geschah an einem Sommertag in 1855: Bei der täglichen Arbeit als Hirten auf dem Oberen Einödsberg entdeckten Urban und Alois Gemsen auf dem Nordostgrat der Trettachspitze. Der "Unnahbare Spitz", wie er im Tal genannt wurde, muss also ersteigbar sein, denn wo sich Gemsen bewegen findet auch der Mensch einen Halt. Es ist schließlich Urban, der sich auf den Weg macht und westlich unter dem Spätengundkopf hindurch, über das trümmererfüllte Nordkar und über das Firnfeld hinauf an den Fuß der Nordwand steigt. Er überwindet den plattigen Fels Stück für Stück, weiter über steilen Schutt und einen Schneefleck, bis er schließlich auf dem schmalen Nordostgrat steht und in die furchteinflößenden Abgründe der "Wilden Gräben" hinunterschaut. Die Position der Gemsen im Gedächtnis, steigt er Immer weiter die schmale Himmelsleiter empor, bis unter den Überhang, mit dem der Gipfel auf den Nordostgrat absetzt. Er entdeckt hier ein schuttbedecktes Band, das zunächst in die Nordwand hineinführt und drüben gegen den Nordwestgrat ansteigend herauszuführen scheint. Doch allein ist ihm dieser schwindelnde Weg über der düsteren Nordwand zu gefährlich und er beschließt, mit seinen Brüdern als Verstärkung zurückzukehren. Er ist nun im Besitz des Gipfelgeheimnisses und er weiss die Tür zur Spitze zu öffnen. Vorsichtig klettert er den Grat wieder hinunter.
Bereits am nächsten Tag kehren die drei Brüder hinein in das Trettachnordkar und machen sich an die Besteigung der "Spitz" auf dem zuvor von Urban ausgespähten Weg. Im letzten Abschnitt steigt das Band an, wird breiter und verläuft in schutterfüllten Rinnen bis zum Gipfel. Die drei hatten dem damals 26jährigen Baptist Schraudolph den "Spitz" weggeschnappt. Dieser revanchiert sich, indem er ein Gipfelkreuz zimmert und dieses zunächst 1.200 Höhenmeter zum Felseinstieg der Trettach schleppt und im Anschluss in einer weiteren Energieleistung, weithin sichtbar für die Einödsbacher und Birgsauer, auf dem Gipfel bugsiert. Im Herbst 1855 führt er seine Frau Viktoria, geb. Jochum, die Schwester der Erstersteiger, auf der Hochzeitsreise auf die Trettachspitze. Baptist Schraudolph und die Trettachspitze gehören in der Folge zusammen."
Natürlich gibt es auf diesen Berg keinen Wanderweg und eigentlich führen nur zwei für Normalbergsteiger begehbare Pfade an den Einstieg zu den beiden einfachsten Aufstiegsrouten. Der eine Weg kommt vom Waltenberger Haus herüber unter den Bergen der Guten Hoffnung hindurch und der zweite über den Einödsberg und der sogenannten Märchenwiese zum Firnfeld unter dem Nordfuß des Berges. Früher gab es noch einen Aufstieg über Spielmannsau und die Untere Mädele-Alpe hinauf zum Wildengundkopf. Dieser Weg ist leider abgegangen. Vom Firnfeld aus führen über den Nordostgrat und Nordwestgrat die beiden leichtesten Kletterrouten zum Gipfel der Trettachspitze. Die schwierigsten Stellen dieser Routen liegen im Dreierbereich.
Der südlichste Gipfel des Allgäuer Hauptkammes ist zugleich der höchste der drei Berge, aber auch der unbekannteste und gleichzeitig höchste deutsche Berg der Allgäuer Alpen. Er bildet zusammen mit den benachbarten Trettachspitze und Mädelegabel das berühmte Dreigestirn am Allgäuer Hauptkamm. Über den Grat verläuft die Grenze zu Österreich. Er erhebt sich über dem Schwarz-Milz-Ferner und ist durch die Bockkarscharte vom Bockkarkopf getrennt.
Der Name stammt laut Steiner (Bergnamen) wahrscheinlich von den Walsern, die mit der "Frut" eine große Felswildnis mit ihren tief eingeschnittenen Abflussrinnen südlich des Berges bezeichneten. Schweizerdeutsch bedeutet Frutt "Felsspalte, Bacheinschnitt". Keltisch Fruta geht zurück auf "Bach, Sturzbach, Felswand, über die ein Wasserfall stürzt". Von den Oberstdorfern wurde er eher als eine der drei Trettachspitzen genannt.
Die Hochfrottspitze kann in Verbindung mit dem Heilbronner Weg , der Rappenseehütte mit der Kemptner Hütte verbindet, erstiegen werden. Auch vom Waltenberger Haus führt ein Weg durch die Bockkarscharte herauf. Direkt an dieser Scharte befindet sich der Einstieg in eine mögliche Aufstiegsroute, die jedoch wegen des brüchigen Gesteins Trittsicherheit voraussetzt. Eine weitere Alternative ist der Gratübergang von der Mädelegabel zur Hochfrottspitze (ausgesetzte Kletterei bis II). Im Jahre 1869 ist die erste Besteigung durch Hermann von Barth nachgewiesen.
Schwarze Milz
Die Gegend mit dem merkwürdigen Namen liegt in einer plateauartigen Einsenkung zwischen Mädelegabel und Kratzer und ist ein Bindeglied des Allgäuer Hauptkamms. Die Schwarze Milz ist zudem ein geologisches Fenster: Der Hauptdolomit ist hier bereits abgebaut und in dem weichen schwarzen Liasschiefer, der dieser Stelle den Namen gab, arbeitet die Verwitterung mit großem Erfolg. Darüber aber stehen, riesenhoch und plattengepanzert, die Wänder der Mädelegabel und Trettachspitze - auf die Allgäuschichten aufgeschobene Hauptdolomitgipfel (Lechtaldecke).
Die Pflanzenwelt an diesem Ort ist auf ganz wenige Arten beschränkt, aber um so ergreifender leuchten da und dort herrliche blaue Blüten des "Bergvergissmeinnicht" aus dem Schutt. Das Gebiet ist reich an Kristallen und Erzen. Ortskundige sieht man dort oft auf der Suche nach Bergkristallen. Eine Oberstdorfer Sage berichtet, dass einst ein fahrender Schüler hier jedes Jahr seinen Beutel mit Schätzen gefüllt hat. Viele hätten versucht ihm zu folgen und selbst mit Reichtümern heimzukehren, was aber nie gelungen sei.
Schwarz-Milz-Ferner
In den Alpen wird die Höhe, ab der sich Gletscher bilden, in der Regel mit 2.800m bis 3.000m angesetzt. Der höchste Berg der Allgäuer Alpen erreicht aber nur eine Höhe von 2.657 Metern. Trotzdem hat sich in den Allgäuer Alpen bis heute ein Gletscherchen erhalten, der Schwarzmilzferner. Er befindet sich am Allgäuer Hauptkamm auf Tiroler Boden südlich des Gipfels der Mädelegabel und südöstlich der Hochfrottspitze. Gletscher werden im bajuwarischen Sprachraum (Bayern und Tirol) mit dem Begriff Ferner bezeichnet.
Es gibt zwei Gründe für das Bestehen dieses Gletschers bis heute: Im Bereich der vom Gletscher bedeckt wird, befindet sich eine größere Fläche mit nur geringer Neigung. Diese Fläche ist zudem durch ihre Lage direkt südöstlich der steilen Gipfelfelsen der Hochfrottspitze ab der Mittagszeit ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ein noch wichtigerer Faktor ist jedoch der Niederschlagsreichtum der Allgäuer Alpen, der im Winter und im Frühjahr zur Ablagerung von enormen Schneemengen in den Hochlagen führt.
Der Heilbronner Weg führt direkt über den Gletscher. Es gibt jedoch keine Spalten, so dass für die kurze Strecke keinerlei gletschertypische Ausrüstung erforderlich ist. Die bekannte Klimaerwärmung führt dazu, dass auch der Schwarzmilzferner immer kleiner wird. Bei einem Fortdauern des gegenwärtigen Trends würde der Gletscher in spätestens 25 Jahren vollständig verschwunden sein. Neben diesem Gletscherchen gibt es einige Ewigschneefelder unterschiedlichster Größe. Dazu gehören das Schneeloch an der Nordseite des Hauptkamms im obersten Bacherloch (Waltenberger-Haus) sowie die Trettachrinne (Bild) zwischen Mädelegabel und Kratzer. Das bekannteste Ewigschneefeld befindet sich Im Kalten Winkel (Hochvogel). bleiben. Die Klimaerwärmung führt zwar zu einem immer weiter fortschreitenden Abschmelzen der Gletscher und Ewigschneefelder. Sie hat in den Allgäuer Alpen in den vergangenen Jahren jedoch kaum dazu geführt, dass die Hochlagen früher im Jahr schneefrei geworden sind.
Schwarzmilzsee (2.250m)
Zwischen Kemptner Hütte und Mädelegabel liegt der Schwarmilzsee. Das Seelein entwässert mit einem kleinen Graben in die Trettachrinne und ist somit der Geburtsort dieses Illerquellflusses. Der kleine See ist bis in den Sommer hinein von Eis und Firn teilweise bedeckt und umrandet von Gesteinstrümmern und unzähligen Felssplittern. Bereits hier, mehr aber noch aus den schwarzen schiefrigen Rinnen nordwestlich, glitzern besonders feingeformte wasserhelle Bergkristalle.
(Aufnahme freundlicherweise von Wolfgang Stanglmeier zur Verfügung gestellt)
Berge der Guten Hoffnung (Östlicher 2.415m, Westlicher 2.388m)
Aus dem Tal gesehen handelt es sich bei den Bergen um zwei auffallend dreieckige Felsgipfel, die in Wirklickkeit nur zwei untergeordnete Felszacken im langen Westgrat der Hochfrottspitze sind. Nach Th. Steiner gibt es Überlieferungen, dass die Zacken von Touristen benannt wurden, die auf dem Waltenberger Haus bei Nebel und Regen auf Wetterbesserung hoffen durften, als sie diese Gipfel wieder sehen konnten.
Damals im 19. Jahrhundert kam es zu einer zunehmenden Institutionalisierung des Wanderns durch Wander- und Gebirgsvereine. Diese - meist bürgerlichen und heimatverbundenen Vereine - leisteten Pionierarbeit in der Erschließung der Natur durch Wanderwege, Wegweiser, Karten und Schutzhütten. In dieser Zeit bekamen die "Berge der Guten Hoffnung" warscheinlich ihren Namen. Sie sind vom Waltenberger Haus gut sichtbar und vielleicht wurden die ersten Bergvagabunden, abends auf der Terasse die glühenden Gipfel betrachtend, zu dieser poetischen Namensgebung inspiriert.
Wildes Männle (2.399m)
Eine kühne 30m hohe Felsnadel stand bis zum 8. Mai 1962 hoch über dem Bacherloch zwischen dem Wilden Mann und der Rotgundspitze, bevor es bei einem nächtlichen Gewitter mit lautem Getöse in das Bacherloch herunterstürzte. Seinen Namen erhielt es von den damaligen Bewohnern wohl wegen seiner Ähnlichkeit mit den in Oberstdorf seit alters her heimischen "Wilden Mändle", die nach einer fast 2000jährigen Überlieferung aus der Keltenzeit alle fünf Jahre den "Wilde-Mändle-Tanz" aufführen (nächste Aufführung 2010).
Von Oberstdorf war das Wilde Männle gut sichtbar an der südlichen Bergsilhouette und den Bewohnern ein wohlvertrauter Anblick. Heute erinnert am Nordrand des Wieslekars nur noch ein kleiner Schuttkegel an das frühere Wahrzeichen der Allgäuer Alpen. Die Alpenküchenschelle (Pulsatilla alpina), auch Berganemone oder Alpenanemone genannt, wird umgangssprachlich ebenfalls gerne als "Wildes Männle" bezeichnet. Hoffen wir mal, dass wir kein "Wildes Männle" die Allgäuer Alpen betreffend vergessen haben.
Königsetappe: Der Allgäuer Höhenweg "Nr. 1" ist ein beliebter hochlapiner Weitwanderweg mit Klettersteigcharakter, der zwischen Kemptner Hütte und Rappenseehütte dem Gratverlauf des Allgäuer Hauptkamms folgt.
Die Erschließung des Lechtaler Alpenhauptkammes geht auf den Reallehrer Anton Spiehler aus Memmingen zurück, der 1885 ein mögliches Wegenetz entwarf, dessen Verwirklichung 1889 von den Alpenvereins-Sektionen Immenstadt, Kempten, Memmingen und Elmen beschlossen wurde. Die ersten Wege wurden 1892 zur Mädelegabel und zum Großen Krottenkopf gebaut, dann wurde der weitere Ausbau wegen finanzieller Engpässe durch den Bau zweier Hütten unterbrochen. Im Februar 1895 bekundete die Sektion Heilbronn des DAV Interesse an der Finanzierung des Vorhabens, falls der DAV-Zentralausschuss 1000 Mark der auf 4500 Mark geschätzten Baukosten übernehmen würde. Im Herbst 1895 wurde daraufhin von dem Alpinisten Anton Hengeler die Wegtrasse des „Heilbronner Weges“ vom Hohen Licht zur Mädelegabel festgelegt und im Januar 1896 der Subventionsantrag beim Zentralausschuss gestellt, woraufhin im August 1896 die Brüder Klein aus Rubi mit dem Ausbau des Weges beauftragt wurden. Der Ausbau verzögerte sich wegen schlechten Wetters mehrfach, so dass die für 1898 geplante Eröffnung auf das Folgejahr verschoben werden musste. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8500 Mark und damit auf knapp das Doppelte der veranschlagten Summe. Zu den Mehrkosten hatten insbesondere aufwändige Felssprengungen beigetragen. Der Weg wurde schließlich im Juli 1899 eingeweiht.
Die Hütten im Wegbereich (s.u.) wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mehrmals erweitert und modernisiert, der Weg selbst blieb jedoch über ein Jahrhundert bis auf die alljährlichen Instandsetzungsarbeiten nahezu unverändert. In den 1960er Jahren brach die als „Wildes Männle“ bekannte Felsnadel im Wieselekar zusammen. 1985 zerstörte Blitzschlag die Seilsicherungen über den Grat des Steinschartenkopfes. Im Spätsommer 2000 wurde der Weg generalüberholt und neu gesichert.
Seit Jahrhunderten wurde der Weg aus dem Trettachtal über den Sperrbach, die Mädelalpe und das Mädelejoch als Übergang hinüber ins Lechtal genutzt. Die Alphütte der Oberen Mädelealpe diente schon den ersten Bergsteigern, wie Hermann von Barth im Jahre 1869, als willkommenes, aber unbequemes Nachtlager. Deshalb war es nicht verwunderlich, als die DAV Sektion Kempten im Jahre 1890 beschloss, an dieser Stelle die Kempter Hütte zu bauen. Den Grund und Boden erhielten sie kostenlos von der Gemeinde Holzgau und schon im Folgejahr konnte die Hütte (siehe Bild rechts) eingeweiht werden. Mit der Eröffnung des Heilbronner Weges 1899 wurde der Zulauf der Bergsteiger immer größer, weshalb die Hütte zwangsläufig erweitert werden musste. 1969 baute man die Materialbahn. Lage: am Ende des Trettachtales beim Kratzerfeld, Alpgebiet der Oberen Mädele-Alpe.
Rappenseehütte (2.091m)
Im Jahre 1885 ließ die AV-Sektion Kempten die Hütte durch den Oberstdorfer Zimmermeister Huber oberhalb des Rappenalptals erbauen. Am 26. Juni 1885 wurde sie mit einem 24m²-Raum und einem Schlaflager im Dachgeschoss eröffnet. Mit Einweihung des Heilbronner Weges (1899) wurde die Hütte erstmals 1900 erweitert. Ab diesem Jahr wurde sie auch bewirtschaftet. Viele Erweiterungen ließen die Hütte im Laufe der Jahre wachsen und heute besitzt sie eine Kapazität von 300 Lagern und 42 Betten. Erster Wirt war der Birgsauer Kaspar Mayer, der sie 1906 an Franz Kaufmann übergab, welcher bis kurz vor seinem Tod in 1969 Hüttenwirt blieb. Zur Zeit sind Sylvia Socher und Andreas Greiner Hüttenwirte. Über viele Jahrzehnte wurde die Hütte durch Träger und Mulis versorgt. Erst 1963 wurde die Materialseilbahn aus dem Rappenalptal herauf erbaut. Lage: Die Hütte liegt nahe der malerischen Rappenseen im Süden und Osten umkranzt von den Bergen Kleinen Rappenkopf, Hochrappenkopf, Rappenseekopf, Hochgundspitze, Rotgundspitze und Linkerskopf.
Waltenberger Haus (2.048m)
Die erste AV-Hütte in diesem Gebiet wurde 1875 von der Sektion Immenstadt zuerst im Bockkar am Anstieg zur Mädelegabel erbaut. Doch erwies sich der Platz als ungünstig und die Hütte wurde deshalb 1885 an der heutigen Stelle zu Füßen des westlichen Gipfels der Berge der Guten Hoffnung neu errichtet. Da der Weg im letzten Aufstieg durch sehr felsiges Gelände führt, waren Mulis für den Transport nicht geeignet und die Lasten mussten bis vor wenigen Jahren mit Trägern nach oben gebracht werden. Heute wird das Material mit dem Hubschrauber eingeflogen, weil sie als einzigste AV-Hütte auf Oberstdorfer Gebiet keine Materialbahn besitzt.
Einödsbach (1.142m) im Stillachtal
Ein Alpengasthof, ein ehemaliges Jagdhaus der Wittelsbacher und eine Alp: Das ist Einödsbach im Stillachtal; der südlichste, ständig bewohnte Ort in Deutschland. Der Weg dorthin führt von Oberstdorf aus durch das Stillachtal. An dessen Ende liegt in einem Hochgebirgskessel am Fuße der Mädelegabel der Weiler, der bereits im 15. Jahrhundert erwähnt wurde und früher eine eigene Gemeinde war. Heute gehört er zu Oberstdorf. Wer in Einödsbach lebt oder hier seine Ferien verbringt, muss die Einsamkeit lieben. In manchen Jahren gibt es hier keinen Monat ohne Schnee und Nebel.
Im Sommer ist Einödsbach ein beliebter Ausgangspunkt für Bergwanderer und Hochgebirgstouristen. Schon 1855 hat Johann Baptist Schraudolph aus Einödsbach die erste Bergsteigergruppe auf die Mädelegabel geführt. 20 Jahre später hat der vielfach ausgezeichnete Bergführer in seinem Haus Nr. 1 in Einödsbach eine Gaststube eingerichtet. Für die ersten Mitglieder des neu gegründeten Alpenvereins wurde sie: Schraudolph's Clubhütte. Aus dem damals einstöckigen Haus mit der kleinen Wirtschaft ist im Laufe der Jahre ein stattlicher Alpengasthof mit 40 Betten entstanden; Heizung, Licht und Wasserklosett inclusive. Der Gasthof Einödsbach wurde viele Jahre von Marianne Bauer, einer Urenkelin von Johann Baptist Schraudolph geführt und nun an die nächste Generation an Tochter Katharina mit Ehemann Christof übergeben. Für alle ist Einödsbach der schönste Ort auf der ganzen Welt.
Südlich von Birgsau zwängt sich der Rappenalpbach durch eine enge Schlucht, auf der ostseitig die Steige nach Einödsbach und westseitig die zur Alpe Buchrain hinaufführen. Von dieser Stelle an heißt der Bach Stillach. Ab hier öffnet sich das breite Stillachtal, das auch Birgsautal genannt wird. Östlich der Stillach liegen Birgsau und Anatswald, westlich leigen Gundsbach, Faistenoy, Ringang und Schwand. Südlich von Faistenoy, bei der Talstation der Fellhornbahn, mündet der Warmatsgundbach aus Westen kommend in die Stillach. Nach Faistenoy zwängt sich die Stillach nochmals durch eine Enge, dem Gschlief, bevor sie an der Skiflugschanze vorbei beim Renksteg in den weiten Oberstdorfer Talkessel eintritt. Vom Renksteg aus führt ein Weg hinauf zum malerischen Freibergsee. Den Oberstdorfer Talkessel umrundet die Stillach zur Hälfte auf der westlichen Seite, um dann nördlich von Oberstdorf mit der Trettach und Breitach zusammen am Illerursprung die Iller zu bilden. Die Stillach, die ihren Namen wegen des ruhigen Verlaufs im Oberstdorfer Talbecken hat (Stille Ach – stilles Wasser), wurde 1424 erstmal urkundlich erwähnt.
Im Trettachtal locken neben der wildromantischen Natur insbesondere der verträumte Christlessee (an dessen Südende das Oberstdorfer Trinkwasser aus Tiefbrunnen gewonnen wird) und das denkmalgeschützte Gerstruben. Der Fluß Trettach entspringt in den sogenannten "Wilden Gräben" unter den Wänden der Trettachspitze. Schon kurz darauf erhält sie reichlich Zuwachs an Wasser aus dem Sperrbachtobel, durch den der Weg auf die Kempter Hütte hinaufführt. Im Alpgebiet der Unteren Mädelealpe öffnet sich das Tal ein wenig. Mit der heutigen Alpe Ober Au, beginnt die Reihe der Siedlungen im Trettachtal. Die weiteren heißen Spielmannsau, Christlessee, Gottenried, Dietersberg und Gruben. Von Osten münden die Flüsse Traufbach, Dietersbach (Gerstruben), Oybach und Faltenbach in die Trettach. Unterhalb des Kühberges erreicht die Trettach den Oberstdorfer Talkessel, an dessen Ostseite sie an Oberstdorf vorbei bis zum Illerursprung fließt. Das Tal ist durch eine Fahrstraße erschlossen, die jedoch für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Der Name Trettach kommt vom mittelhochdeutschen Wort "draete", was so viel bedeutet wie "schnell, eilig".
Das Bacherloch ist ein ungewöhnlich scharf eingeschnittenes Tal in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf. Die Schlucht beginnt bei Einödsbach in 1.100m Höhe und endet in 1.900m Höhe unter steilen Felswänden. Das Bacherloch öffnet sich nur nach Norden; im Süden wird es überragt von Linkerskopf, Rothgundspitze, Wilder Mann und Bockkarkopf. Im Osten sind es Mädelegabel, Trettachspitze und Wildengundkopf sowie im Westen der Heubaumgrat bis zum Linkerskopf. Der Blick ins oberste Bacherloch, das sogenannte Schneeloch zeigt meist über den ganzen Sommer liegenbleibende ausgedehnte Altschneefelder.
Aufstieg zum Waltenberger Haus: Der Wanderweg führt von Einödsbach (1.114m) zunächst über die Bacheralpe und über Grashänge, den Ausgang des Hölltobel (nicht der bei Gerstruben) querend hinein in das finstere, oftmals von gewaltigen Lawinen verschüttete, Bacherloch. Unter riesigen zerfurchten Steilgrasflanken und steinschlagbergenden Schrofenhängen führt der Weg über den Sturzbach des Katzentobel und bald darauf in Kehren und über Gräben teils durch Buschwerk bergan bis auf ca. 1.700 m Höhe.
Unter dem Schneeloch schwingt sich die Route nach einem Flachstück unter düsteren Felsabstürzen über das Wändle empor; einem drahtseilversicherten und etwas feuchten Schrofenriegel, der einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit erfordert. Die Überwindung des Felsriegels, der das Bacherloch vom Bockkar trennt, erfolgt auf dem in den Felsen gesprengten klettersteigähnlichen Weg mit einer Art Steg über ausgesetzte Felspassagen und Drahtseilsicherungen, ehe man das Waltenberger Haus erreicht.
Schicksal der Bacher-Alpe:
Heftiger Regen, der auch zum Hochwasser in der Region geführt hatte, löste im
August 2005 zahlreiche Rutschungen im Allgäu aus. Bei der
Rutschung an der Bacher Alpe bei Einödsbach setzen sich rund 10.000
Kubikmeter aus einem Schuttkegel in Bewegung und zerstörten das Gebäude der
Bacher Alpe vollständig.
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt 02/2006)
Rinnsal wird zu Wildbach: Zwei Wanderer wurden auf dem Weg vom Waltenberger Haus ins Tal von einem heftigen Gewitterregen überraschte. Der sogenannten Katzentobel ließ einen Bach, sonst eher ein Rinnsal, zu einem reißenden Wildbach anschwellen. Der mutigere der beiden Wanderer durchquerte die reißenden Fluten und alarmierte in Einödsbach die Bergwacht Oberstdorf. Mit 5 Mann bauten die Retter ein Seilgeländer und holten den 60-Jährigen aus Aalen heil, aber nicht ganz trockenen Fußes auf die andere Uferseite. Der Einsatz war um 00.30 Uhr zu Ende.
(Quelle: Bergwacht Oberstdorf 04.09.2003)
Alpensteinbock - Der Alpenkönig häufig zu beobachten im Gebiet der Schwarzen Milz
Kaum ein Wildtier des Hochgebirges hat in Sage, Aberglaube, Volksmedizin und Brauchtum über Jahrhunderte eine so große Rolle gespielt wie der Alpensteinbock. Seine Kraft, Anmut und das mächtige Gehörn hatten es den Menschen angetan und so war der Steinbock Ende des 17. Jahrhunderts in den ganzen Ostalpen durch Wilderei ausgerottet worden. Die letzten ihrer Art überlebten am Fuße des Gran Paradiso im Grenzgebiet zwischen Aosta und Piemont. Im Jahr 1856 wurden sie vom König von Savoyen unter Schutz gestellt. Die Population konnte sich erholen und heute noch findet man dort die größten und kapitalsten Böcke Europas.
Im Jahr 1958 erfolgte im Montafon und in den folgenden Jahrzehnten auch in anderen Landesteilen Österreichs (Aussetzen von Wildfängen) die Wiederansiedelung. Im Jahr 1998 wurde von der Vorarlberger Jägerschaft bei der Steinwilderhebung ein Bestand von mehr als 1000 Stück erhoben.
Verteilt sind die Vorkommen über weite Teile Vorarlbergs, so im Bezirk Bludenz die Silvretta, Rätikon, Lechquellengebirge (größteund stärkste Kolonie Vorarlbergs), im Bezirk Bregenz der hintere Bregenzerwald und das Kleinwalsertal. Durch gezielte Schutzmaßnahmen trifft man in den Ostalpen wieder vermehrt auf Steinwild. Der Alpenkönig hat sein Reich zurückerobert. Steinwild ist sehr empfindlich gegenüber dem Überflug von Gleitschirmen. Bei Untersuchungen zeigten Steinböcke bei jedem herannahenden Gleitschirm Fluchtverhalten. Dies ist bei Segelfliegern, Ultraleichtflugzeugen und sogar bei Kampfflugzeugen während Übungsflügen nicht so ausgeprägt zu beobachten. Die genauen
Gründe für die starke Reaktion auf Gleitschirme sind jedoch nicht bekannt.
Der Steinbock ist ein kraftvolles Tier, das eine Schulterhöhe von 1 m und ein Gewicht bis 100 kg erreichen kann. Seine mächtigen Hörner können bis zu 1 m lang und bis zu 15 kg schwer sein. Die Geißen sind kleiner als die Böcke und haben nur ca. 30 cm lange Hörner. Die tiefgespaltenen Hufe der stämmigen Beine mit den gummiartigen Zehenballen und scharfen Schalenrändern verleihen den Tieren eine außerordentliche Kletterfähigkeit. Das Steinwild bildet Rudel von verschiedener Stärke, zu denen sich die alten Böcke jedoch nur während der Paarungszeit gesellen. Wie die Gemsen weiden auch die Steinböcke des Nachts in den höchsten Wäldern, im Sommer jedoch niemals weiter als eine Viertelstunde unter der Spitze einer freien Höhe. Mit Sonnenaufgang beginnen sie weidend aufwärts zu klettern und lagern sich endlich an den wärmsten und höchsten, nach Osten oder Süden gelegenen Plätzen. Bei ihren Weidegängen halten sie nicht nur ihre Wechsel ein, sondern lagern auch regelmäßig an bestimmten Stellen, am liebsten auf Felsvorsprüngen, die ihnen den Rücken decken und freie Umschau gewähren. Jede Bewegung des Steinwildes ist rasch, kräftig und dabei doch leicht. Der Steinbock läuft schnell und anhaltend, klettert mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit und zieht mit geradezu unverständlicher Sicherheit und Schnelligkeit an Felswänden hin, wo nur er Fuß fassen kann. Eine Unebenheit der Wand, die das menschliche Auge selbst in der Nähe kaum wahrnimmt, genügt ihm, sicheren Halt zu finden; eine Felsspalte, ein kleines Loch usw. werden für ihn zu Stufen wie bei einer Treppe. Die Stimme des Steinbocks ähnelt dem Pfeiffen der Gemse, ist aber gedehnter. Erschreckt, lässt er ein kurzes Niesen, erzürnt, ein geräuschvolles Blasen durch die Nasenlöcher vernehmen; in der Jugend meckert er.
Nach Art der Ziegen gefällt er sich in der Jugend in neckischen und selbst im Alter in mutwilligen Streichen, tritt aber immer selbstbewusst auf und bekundet Erforderlicherweise hohen Mut, Rauf- und Kampflust, welche ihm keineswegs schlecht ansteht. Gefährlichen Tieren weicht er aus, schwächere behandelt er übermütig oder beachtet sie kaum. Mit den Gemsen will er nichts zu tun haben und hält sich, unbedrängt, fern von ihnen; Hausziegen dagegen sucht er gelegentlich auf und paart sich auch freiwillig mit ihnen. Die Brunft beginnt im November und reicht bis in den Januar hinein. Nach ca. 23 Wochen wird 1, selten 2 Kitze gesetzt.Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Kräutern, Knospen, Latschen und Weichhölzern. Im Winter auch aus Flechten und Halmen. Der Wasserbedarf wird dann durch Aufnahme von Schnee gedeckt. Steinwild hat ausgesprochen gute Sinne und ist ein ausgezeichneter Kletterer. Allein dies war schon ein Grund für seine Bedrohung. Steinwild lässt seine Feinde sehr nahe kommen, in der Gewissheit sich mit 2-3 Sprüngen sofort in Sicherheit zu begeben.
Beide Geschlechter tragen auf starken Stirnzapfen ihre Gehörne. Das vier Wochen alte Junge ("Kitz") bildet bereits Hornzapfen aus. Nach 2 Monaten sind sie bereits ca. 3 cm lang. Bei Böcken werden sie bis zu 1 m lang, bei Geißen bis ca. 30 cm. Der Querschnitt des Bockhorns ist dreieckig, der der Geiß meist oval. Der Körper des Steinbocks ist gedrungen. Das Fell ("Decke") ist im Sommer braungrau bis rötlichgrau, im Winter gelblich-braungrau mit weißlicher Unterwolle. Daher wird der Steinbock auch mancherorts als "Fahlwild" bezeichnet. Steinböcke werden ca. 15 bis 18 Jahre alt, und ihr Horn kann einen Meter lang werden. Das Alter kann an den Schmuckwülsten am Horn ermittelt werden; es werden in der Regel zwei solche Wülste pro Jahr gebildet. Nach dem zehnten Jahr nimmt das Wachstum der Hörner stark ab. Das Körpergewicht beträgt beim Bock bis zu 100 kg, bei der Geiß etwa die Hälfte.
(Quelle: Kreisjägerschaft Wesel e.V.)
An den atemberaubend steilen Grasbergen blüht noch das Edelweiß und in den Felswänden haben die Steinböcke, die vor Jahrhunderten vom Mensch ausgerottet wurden, wieder einen idealen Lebensraum gefunden. Einen Sommer lang hat der Bergfilmer Gerhard Baur eine Steinbockherde auf den höchsten Gipfeln des Allgäuer Hauptkammes beobachtet. Ein stürmischer, gefährlicher Lebensraum, in dem Tiere und Pflanzen faszinierende Überlebensstrategien entwickelt haben.
Alpinhistorie
Nebenstehende Abbildungen sind der Alpinhistorie auf den Seiten von bergruf.de entnommen. Die Seiten enthalten u.a. Auszüge aus dem Buch "Aus den Nördlichen Kalkalpen" von Hermann von Barth, nach der Ausgabe von 1874.