Tour 19: Große Schattwald-Runde ...auf den Spuren von Günther Laudahn (15.08.2009)

Anreise
D-75181 Pforzheim nach A-6677 Schattwald über Oberjoch
Entfernung: ca. 250 km Fahrzeit: ca. 2,5 Std

Über die A 8 nach "Ulm", auf die A 7 Richtung "Kempten" - bis zur Ausfahrt Nr. 130 "Oy-Mittelberg" - dann Richtung "Bad Hindelang" nach Oberjoch. Kurz vor Oberjoch abbiegen Richtung Tannheimer Tal, über die Staatsgrenze (Schattwald) und kurz nach der Ortseinfahrt von Schattwald rechts hoch zum Parkplatz der Wannenjochbahn. Achtung: Nach der Staatsgrenze kurz vor Schattwald ist die Geschwindigkeit auf 50 kmh begrenzt - bevorzugt werden hier Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.
Ausrüstung
  • gute Wanderbekleidung (einschl. Regenjacke etc.)
  • festes Schuhwerk für Geröll
  • Stöcke - erleichtern sicheren Stand übers Geröll, im Schnee und bei Steigung/Gefälle
  • Sonnenschutz für Kopf (Tuch/ Hut) und Haut (Sonnenmilch -spray)
  • Notfall-Set (praktisch 1.Hilfe-Tasche für Motorrad)
  • ausreichend Flüssigkeit da unterwegs keine Einkehrmöglichkeit
  • krampflösende Calcium-Magnesium-Tabletten (günstig in jeder Drogerie)
zur Linkseite: "Ausrüstung"
Wegbeschreibung
kostenloser Parkplatz in Schattwald Mit der heutigen Tour erfüllen wir einen lang gehegten Wunsch, endlich diese am weitesten nach Nordosten vorgeschobenen Gipfel des Allgäuer Hauptkammes zu besuchen. Als Tourpaten möchten wir heute den Kult-Autor Günther Laudahn mit ins Gepäck nehmen, der diese Tour in seinem längst vergriffenen Buch "Bergtouren mit Pfiff" beschrieben hat: "Zwischen Tannheimer und Hintersteiner Tal" lautete damals die Überschrift; anlehnend an den Ausgangsort Schattwald möchten wir unsere Tour mit "Großer Schattwald-Runde" überschreiben. Daneben werden wir unseren Bericht an geeigneten Stellen mit "einzelnen Textpassagen" oder "Zitaten" aus dem Werk von Günther Laudahn unterlegen. In Abänderung der Original-Tour werden wir nach einer Überschreitung der Ronenspitze optional noch das Geishorn besteigen (3 Std. Mehraufwand). Im Anschluss wird dem Original entsprechend Ponten und Bschiesser überschritten und in den Zipfelsattel abgestiegen. Anstelle der sich anschließenden kompletten Überschreitung von Iseler, Kühgundkopf und Kühgundrücken, haben wir den Iseler ausgelassen und sind nach Besuch des Gipfelkreuzes am Wannenjoch über den Kühgundrücken abgestiegen. Das ist auch schon der große Vorteil dieser Rundtour: In jedem Sattel bietet sich die Möglichkeit, die Tour den eigenen Anforderungen entsprechend abzukürzen und zurück zum Ausgangspunkt in Schattwald abzusteigen. Daneben bleibt natürlich auch die Durchführung in dem von uns beschriebenen Umfang vorbehalten.

Doch starten wir unsere Tour am Ausgangspunkt, dem großen 'noch' kostenlosen Parkplatz an der Talstation der Wannenjochbahn. Dieser ist nur unschwer, bei der Anfahrt über Oberjoch, gut beschildert kurz hinter dem Ortseingang von Schattwald zu finden. Bei unserer Ankunft war der Parkplatz mit Ausnahme eines Wohnmobiles noch völlig verlassen. Wir nutzen die Stille zu einem ausgiebigen Frühstück mit Kaffee und Zwetschgenkuchen und rüsten uns schließlich für die Tour. Dann gehts auch schon los, wir folgen den gelben Hinweisschildern am oberen Ende des Parkplatzes Richtung Stuiben-Alpe u. Ronenspitze - vorbei an einem Kneipp-Fußbad, auf das wir uns jetzt schon bei der Rückkehr freuen. Eine geteerte Straße führt uns gleich in die Höhe. In einer großen Kehre verlassen wir die Straße nach links und folgen einer Pfadspur, die sich nach kurzem steilen Anstieg im Wiesenhang zu verlieren scheint. Wir suchen den optisch besten Weg direkt nach oben, treffen während unseres Zick-zack-quer-über-die-Wiese-Aufstieges immer wieder auf undeutliche Trittspuren. Laut Karte würden wir nach wenigen Höhenmetern wieder auf einen Forstweg treffen...bis dahin war aber wegloses Aufwärtsgehen angesagt. Über uns liegt die Ronenspitze mit ihrem breiten Nordrücken, daneben der Ponten, gefolgt vom Bschiesser und schließlich ganz rechts der ins Tal gezogene Kühgundrücken. Schließlich treffen wir auf den Forstweg und befreien uns von mitgeschleppten Wiesen-Un-Kräutern. Dem Verlauf der Forststraße nach links folgend, zweigt kurz darauf der über den Nordgrat zur Ronenspitze führende Steig ab.
Tannheimer Tal im Frühnebel bergwärts Richtung Ronenspitze Forstweg mit Hinweisschild zum Aufstieg zur Ronenspitze

Wir befanden uns endgültig auf dem richtigen Weg und das Gipfelkreuz der Ronenspitze schickt uns das Sonnenlicht reflektierend erste Willkommensgrüße herab. Wir waren nun im Pontental, einem Hochtal zwischen Ponten und Ronenspitze. Alternativ wäre auch ein Aufstieg über den "Wegweiser zum Zirleseck" möglich, wodurch die Ronenspitze dann von hinten aufgerollt wird. Wir folgem dem "netten Steiglein", das ziemlich steil nach oben zieht und dabei in vielen kurzen Kehren durch niedrige Latschen führt. Weiter oben ändert sich der Untergrund in schrofige Stufen und Geröll. Die Sonne deutet bereits ihre Wunschtemperatur für diesen Tag an, der Schweiss rinnt in Strömen.
durch Latschen auf die Ronenspitze Ponten beim Aufstieg zur Ronenspitze Aufstieg unterhalb des Ronenspitze-Gipfels nur noch knapp unterhalb des Gipfels

"Hübsche Rundblicke ins Tannheimer Tal und auf die hellen Wandfluchten der Tannheimer Berge" begleiten uns an das auf einem nördlich vorgelagerten Gipfelkopf stehenden Gipfelkreuz. Im Rückblick sehen wir das ganze Ausmass der von Latschen eingerahmten Geröllhalde mit dem mühsamen Aufstiegsweg. Wir genießen den Rundumblick übers Tannheimer Tal, auf einige der heutigen Gipfelziele, bis hinüber zum Großen Daumen. Nach einer kurzen Rast und Auffüllung der Elektrolyte-Tanks, machen wir uns an die ebenso anspruchsvolle wie interessante Überschreitung der Ronenspitze.
Gipfelkreuz Ronenspitze von unten Aufstieg von oben Abstieg zum Zirleseck felsige Passage beim Abstieg

"Nach Südwesten zieht ein mit kleinen Felsköpfen besetzter Rücken zum 120 Meter tiefer gelegenen Zirleseck hinab...". Wir folgen dem rot markierten Steig über Geröll und umgehen bzw. überklettern die folgenden Felsköpfe ohne größere Schwierigkeiten. In seiner ganzen Pracht zeigt sich währenddessen das Geishorn, das zusammen mit dem Geiseck als Heck wie ein riesen Felsen-Schiff vor uns aufragt. Ein begrünter Rücken zieht vom Zirleseck über das Zererköpfle an den Fuß des Seitengrates; fast könnte man annehmen als dicke Ankerkette, die am Rest der Vilsalpseeberge festgemacht wurde. Dieses Naturschauspiel verändert sich auch nicht auf den nächsten Metern.
Blumen zwischen Felsen Blick auf das Gaishorn Abstieg vorbei an Felstürmchen übers Zirleseck zum Gaishorn

Panoramaaufnahme von der Ronenspitze mit Geishorn und Ponten.
Panoramaaufnahme von der Ronenspitze mit Geishorn und Ponten
Im Anschluss an den Abstieg über einen Geröllhang führt der Weg zwischen großen Felsblöcken hindurch. Damit endet ein doch ziemlich felsiger Abschnitt der Überschreitung. Im Rückblick sind gut die horizontal verlaufenden Schichten aus Hauptdolomit zu erkennen, die den felsigen Gipfelkamm der Ronenspitze bestimmen. Im weiteren Verlauf folgen wir dem luftigen Steig durch niedrigen Latschenbewuchs hindurch und können kurz darauf links unterhalb das Dach einer Berghütte erkennen. Durch eine weitere seilgesicherte Rinne gelangen wir auf an den begrünten Fuß des Südwestgrates und erleben dort eine tolle Überraschung: Ein einzelnes Edelweiss prangt am Wegesrand und lässt uns beide gleichzeitig nach den Fotoapparten greifen.
Berghütte an den Fels geschoben Edelweiss

"Schau mal hier..." schallt es plötzlich ein paar Meter weiter. In einem mit Steinen eingefassten Ring erblüht ein weiteres noch prächtigeres Edelweiss. Im Rückblick sehen wir jetzt auch die an die Bergwand gepresste Bergwacht-Hütte, die für den kleinen Edelweiss-Bestand an dieser eher ungewöhnlichen Stelle verantwortlich sein dürfte. Tolle Sache, damit auch weniger bergerfahrene Wanderer einmal in den Genuss kommen, das Gold der Berge in Natura zu erleben.
über Edelweiss hinweg der Blick auf den Ponten Berghütte im weiteren Verlauf Edelweiss-Kolonie Zwischen Zirleseck und Zerrerköpfle

Ohne größere Probleme erreichen wir nach wenigen Minuten das Zirleseck und betreten mit einem Fuß wieder deutsches Hoheitsgebiet. Im weiteren Verlauf über Zererköpfle, Geiseck, Ponten und Bschießer werden wir uns ständig auf der Staatsgrenze zwischen Österreich und Deutschland bewegen. Nur das Geishorn und das Ende des Kühgundrückens liegen wieder eindeutig auf österreichischem Boden. Nach einem kurzen latschenträchtigen Abstieg vom Zirleseck hinab in einen kleinen zum Zererköpfle führenden Sattel, folgt der Anlauf auf das Geishorn über die noch saftigen Grasmatten der zur Willersalpe gehörenden Almwiesen. Nach einiger Zeit zeigt sich diese auch unter uns und wir prüfen mit einem Blick durchs Fernglas die Frequentierung am heutigen Morgen. Überall waren bunte berucksackte Punkte zu sehen, die sich langsam in die Höhe bewegten - teils von Hinterstein, die Vordere Schafwanne und auch direkt zum Zirleseck - soweit wir das von unserem Standort einsehen konnten. Mittlerweile sind wir am Fuße des Felsenschiffes angelangt und beginnen mit dem luftigen Aufstieg zum Geishorn über den nach Nordosten auslaufenden Grat.
Richtung Aufstieg zum Gaishorn über Weidegründe oberhalb der Willersalpe Blick zur Willersalpe Rinne unterhalb des Geiseck-Gipfels

Gleich zu Beginn wartet eine seilgesicherte Rinne auf uns, die aber unschwer zu passieren ist. Das Steiglein windet sich teilweise über kleine Geröllpassagen direkt auf dem Grat nach oben. Immer wieder sind dabei kleinere Felstürmchen zu umgehen oder zu überwinden. Dabei handelt es sich um nette luftige Kraxelei, die aber nie ausgesetzt wirkt. Kurz unterhalb des Austieges vom Grat zum Geiseck wartet gespannt eine letzte Felsrinne mit Seilsicherung auf die Gipfelstürmer. Danach wird man direkt unterhalb des Gipfelkopfes des Geisecks ausgespuckt, wo mein gleich mit einem prächtigen Panorama für den mühevollen Aufstieg entschädigt wird.
Aufstieg von oben seilgesicherte Passage zum Geiseck von oben Blick zurück auf Ponten und Ronenspitze Blick vom Geiseck zum Rauhhorn
Panoramaaufnahme vom Geiseck zu Ronenspitze, Ponten und Bschießer:
Panoramaaufnahme vom Geiseck zu Ronenspitze, Ponten und Bschießer

Durch das fehlende Gipfelkreuz am Geiseck, wird diesem Teilgipfel des Geishorns zu Unrecht nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, was uns heute aber recht war: Der Gipfel des Geishorns war bereits dicht mit Bergwanderen belegt, so dass wir uns nach einem kurzen Besuch des Gipfels und einem Blick auf den dunkelgrünen unter uns liegenden Vilsalpsee, über den kurzen Gipfelgrat wieder auf den Rückweg zum Geiseck machten.
Menschliches Gipfelkreuz am Geiseck Hochvogel über den Kamm zum Gaishorn Gipfelkreuz am Gaishorn

Vor der prächtigen Kulisse des gegenüber liegenden Rauhhornes und dem dahinter vorragenden Hochvogel, machen wir ausgiebig Brotzeit und genießen unseren exponierten u. exklusiven Logenplatz. Tiefere Einblicke in den Allgäuer Hauptkamm hinein werden uns leider von einem Dunstring verwehrt. Dafür ragt über dem Hintersteiner Tal das Daumen-Massiv in die Höhe; die Wengenköpfe mit dem Hindelanger Klettersteig eingeschlossen. Während unserer Rast können wir gut den weiteren Tourenverlauf studieren, der ab dem Zirleseck zunächst mit einer Pontenüberschreitung auf den Bschießer führen wird. Nachdem wir uns ausgiebig satt-gegessen, -gesessen und -gesehen hatten, machten wir uns an den Abstieg wie Aufstieg über den luftigen Grat hinab zum Zererköpfle bis hinüber zum Zirleseck.
Blumen am Geiseck Daumengruppe Bschiesser und Ponten Vom Zirleseck zum Ponten

Vom Zirleseck führt der Weg über einen begrünten und mit Latschen versetzten Kamm Richtung Ponten. Angestaute Wärme machte die Durchquerung zu einer trockenen und schweisstreibenden Angelegenheit. Mit zunehmender Höhe weichen die Latschen zurück und die auf den Ponten führenden Kehren liegen vor uns. "Vor einem auffallenden Felskopf weist ein Schild zum nahen Pontengipfel, dem höchsten unserer Tour." Auch hier herrschten am eigentlichen Gipfel und dem Vorgipfel mit dem Gipfelkreuz reges Treiben, so dass wir uns nach einer kurzen Rast zum Weiterweg entschlossen. Toll ist jedenfalls der Blick zu beiden Seiten, einmal auf die Ronenspitze und auf den noch anstehenden Bschiesser.
Aufstieg zum Ponten Aufstieg zum Ponten von oben Stallwache auf dem Ponten Blick hinüber zur Tannheimergruppe

"Vor uns im Westen der Bschießer, zu dem ein mit zwei grasigen Höckern besetzter, ins Ostrachtal mit steiler Flanke abbrechender Grat hinüberführt." Ohne größere Probleme schliesst sich nun eine reizvolle Gratwanderung an, die uns an den Fuß des Bschießer führt. Am tiefsten Punkt zwischen Ponten und Bschießer zweigt nach rechts eine Abstiegsmöglichkeit in eineinhalb Stunden nach Schattwald ab. Kurz vor Beginn der Serpentinen zum Bschießergipfel kann man einen Blick auf die Südabstürze mit der bei Kletterern berühmten Bschießerkante werfen. Kletterer waren heute aber keine zu sehen - stattdessen spielte eine Modell-Segelflugzeug mit den Aufwinden ein lustiges Auf und Ab. Den Piloten konnten wir jedoch nicht ausmachen. Statt den nun nach links hochziehenden steilen und mühsamen Steig zu benutzen, folgen wir dem Normalweg über ein paar Kehren auf den Gipfel. Welche Überraschung: Es war schon jemand vor uns da. Mit Blick auf die beiden letzten Gipfelziele Iseler und Kühgundspitze und unser bereits geleistetes Tages-Pensum beschließen wir, die Tour auf das Wannenjoch und den Abstieg über den Kühgundrücken zu verkürzen.
Abstieg vom Ponten und Übergang zum Bschiesser markanter Käfer Ponten im Rückblick beim Übergang zum Bschiesser hinab in den Zipfelsattel
Wegverlauf vom Ponten auf den Bschießer im Panorama-Rückblick:
Wegverlauf vom Ponten auf den Bschießer im Panorama-Rückblick

"Dazu steigen wir zunächst auf dem langen Nordwestrücken über Geröll und durch Krummholz, zuletzt über sanfte Weidehänge zum flachen Zipfelsattel ab." Auch hier besteht wieder die Möglichkeit, die Tour mit einem Abstieg durchs Stuibental, vorbei an der Unteren Stuibenalpe, abzukürzen. Nach kurzer Bekanntschaft mit den Kühen der Zipfelsalpe, die uns Ihr Leid mit den vielen Murmeltieren und der immer währenden Gefahr des Einknickens an den tief ins Erdreich führenden Erdröhren klagten. Leider konnten wir keine Murmeltiere sprechen, um vielleicht deren Leid über fäkale Geruchsbelästigungen oder das ständige Geläut der Kühe entgegen zu nehmen. Wir nehmen den zum Wannenjoch bzw. zur Wannenjochbahn führenden Weiterweg und damit den letzten Anstieg der Tour in Angriff. Schließlich erreichen wir die Kühgundspitze bzw. das Wannenjoch (1.853m) - waren aber mit den Zeitangaben auf den Wegschildern nicht ganz einverstanden. Vermutlich sollen potentielle Gipfelstürmer am letzten Abzweig abgefangen und mit einer kürzeren Wegzeit zu Wannenjochbahn und Jochstadl gelockt werden "Nachtigall, ich hör Dir trapsen". Wir genießen stattdessen die letzten Tiefblicke nach Oberjoch und ins Tannheimer Tal und machen uns an den anspruchsvollen Abstieg über den Kühgundrücken.
Aufstieg zum Kühgundrücken Gipfelkreuz am Kühgundspitz Abstieg im vollen Gange

"Hier sind Trittsicherheit im Gratbereich und Orientierungssinn beim weiteren teils weglosen Abstieg unerläßlich." Über einen gut angelegten Steig, der mitunter direkt auf dem stellenweise schmalen Gratrücken verläuft, umgehen wir geschickt kleine Abbrüche und Felsköpfe. Der Steig ist stets gut markiert und ausgeprägt. An einigen kniffligen Stellen bieten Tritthilfen und Drahtseile die nötige Sicherheit. Die Schwierigkeit hält sich in Grenzen - auch hat man nie das Gefühl ausgesetzt zu sein. Die Stelle ist ungefähr zu verleichen mit der Abstiegspassage direkt unterhalb des Stuibengipfels in der Nagelfluhkette Richtung Mittag. Am Ende des Steigs wartet auch kein wegloses Gehen mehr auf uns, stattdessen treffen wir direkt auf einen breit angelegten Weg, der vom "Joch-Stadl" kommend Richtung Oberjoch vorbeizieht - oder auch umgekehrt. Immer noch die Beschreibung von Günther Laudahn in der Hand, folgen wir etwas irritiert dem Weg Richtung "Joch-Stadl", bis nach einigen Metern fast unscheinbar Trittspuren nach links abweichen. Etwas undeutlich sind sogar rote Markierungen an kleinem Felsgestein am Weg zu erkennen. Die Trittspuren gehören zum "Schmuggler-Weg", dem wir aber wieder nur wenige Meter - bis zu einer flach geneigten grasigen Rinne - folgen, um dann nach links hinab abzubiegen und kurz darauf auf ein kleines Bächlein zu treffen (P.S.: das sollte noch vor einer größeren Baumgruppe erfolgen). Bei unserer Tour war dort eine komplette Kuhherde versammelt, die das Bächlein als Tränke benutzte. Hat man einmal diese Stelle gefunden, folgt man den gut sichtbaren Trittspuren und dem teils gut ausgeprägten Pfad weiter hinab, bis man endlich auf eine Forststraße trifft. Leider war die Abbildung der Forststraße in unserer Wanderkarte sehr ungenau, so dass wir zunächst nicht nachvollziehen konnten, in welcher Kehre wir uns nun befanden. Wir verließen uns auf unser Gefühl und folgten der Forststraße bergab, Kehre für Kehre. Die von Günther Laudahn bei seiner Tour noch vorgeschlagenen Abkürzungsmöglichkeiten zweier großer Kehren, konnten wir leider auch nicht finden. Es mussten irgendwie mehr Kehren als früher sein - uns kam es vor als "Große Kehrwoche" *grins*.
Abstieg über den Kühgundrücken im weiteren Verlauf Kühgundrücken mit herrlichen Tiefblicken ins Tannheimer Tal weiterer Verlauf Richtung Schattwald breiter Forstweg im Wald

So blieb uns nur, der Forststraße durch den Wald zu folgen und auf baldige Gewissheit zu hoffen. Nach weiteren Kehren öffnete sich der Wald und wir traten hinaus in freies Feld. Endlich konnten wir unsere genaue Position bestimmen und auch links unten die Talstation der Wannenjochbahn mit dem großen Parkplatz ausmachen. Nun war es nicht mehr weit. Irgendwann liefen wir noch unter der Wannenjochbahn hindurch, was dann wieder mit den Angaben in unserer Karte übereinstimmte. Später trifft unser zunächst auf gleicher Höhe verweilender Forstweg auf eine bergabführende Straße, der wir auch ohne Beschilderung folgen. Es kann nur noch bergabgehen, so die logische Erklärung. Dass sich die Strecke vom Ende des Kühgundrücken bis zum Parkplatz etwas in die Länge zieht, kann leider nicht beschönigt werden - es ist ein mühsamer, fast schon quälender, Ausklang einer tollen Tour. Vielleicht lag es aber einfach auch nur an unserem zusätzlich eingebauten Abstecher auf das Geishorn und damit verbunden unsere glühenden Sohlen ;o). Endlich am Parkplatz angekommen, nehmen wir gleich die Kneipp-Anlage in Beschlag und drehen barfuß einige Runden in dem eiskalten Wasser - was für eine Wohltat. Damit gab es doch noch ein versöhnliches Ende einer ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Tour, die mit ihren vielen Kombinationsmöglichkeiten ganz individuell durchgeführt werden kann. "Unschwierige Rundtour über die nordöstlichen Ausläufer des Allgäuer Hauptkammes auf deutlichen, meist markierten Steigen. Der Abstieg nach Schattwald ist problemlos bei Einhalten der beschriebenen Route." Mit diesem zusammenfassenden Schlusswort von Günther Laudahn bedanken wir uns für die Aufmerksamkeit und wünschen viel Spass beim Nachwandern. (Mark u. Oliver, 08/2009)
breiter Forstweg mit Blick auf Parkplatz zurück am Ausgangspunkt - zum Glück, der Kofferraum war doch abgeschlossen
Fazit:
Abwechslungsreiche Überschreitung der am weitesten nach Nordenosten vorgezogenen Gipfel des Allgäuer Hauptkammes: Ronenspitze, Ponten, Bschießer und Wannenjoch; mit Abstieg über den Kühgundrücken. Gute Abstiegsmöglichkeiten nach jedem Sattel zurück zum Ausgangspunkt Schattwald. Daneben macht der optionale Besuch des Geishorns auf markierten Wegen mit kurzen teilweise gesicherten Kraxelpassagen keine Schwierigkeiten. Sehr beliebte und lohnenswerte, im Tourverlauf individuell gestaltbare Bergtour auf teilweise etwas ausgetretenen Pfaden; Abstecher auf das Geishorn mit zeitlichem Mehraufwand von 3 Std. anspruchsvoll an Kondition. Herrliche Blicke in Tannheimer und Hintersteiner Tal, sowie zu den Hauptgipfeln der Allgäuer Alpen.

Weitere Links:
Tipps
Parkmöglichkeiten:
Großer kostenloser Parkplatz an der Talstation der Wannenjochbach. Es empfiehlt sich das Auto so zu parken, dass es nach Abschluss der Tour im Schatten steht.
beste Wanderzeit:
Sommer und Herbst. Über die aktuellen Verhältnisse am Besten vorher über die einschlägigen Quellen im Internet informieren. Empfehlenswert ist eine Anfrage im Alpic.net-Forum. Ansonsten sehr schöne, teilweise viel begangene Tour.
Bei Gefahr heraufziehender Gewitter kann die Tour jederzeit abgebrochen und mit vielen Abstiegsmöglichkeiten ins Tal der Ausgangsort in Schattwald angelaufen werden. Der optionale Besuch des Geishorn stellt natürlich größere Anforderungen an Kondition und Ausdauer, als lediglich die Große Schattwald-Runde nach Günther Laudahn.
Auswertung der GPS-Daten
Mit dem sog. GPS-Track kann u.a. mit Programmen wie Google Earth der Routenverlauf betrachtet werden. "Google Earth" verwendet das Dateiformat .kmz (=komprimiert) bzw. .kml. Öffnet man die KMZ-Datei bzw. KML-Datei in "Google Earth", wird man automatisch zu den in den Dateien gespeicherten Orten (Koordinaten) geleitet.
Schattwaldrunde als Höhen- und Streckenprofil
Route und Profil:
- Online: Online GPS-Viewer URL: http://www.wanderpfa.de/1/touren/tour19/Schattwaldrunde.gpx
- GPS-Tracks: .kmz / .gpx

Übersicht