Tour 1: Nagelfluhkette (10/2000)

Anreise
D-75181 Pforzheim nach D-87509 Immenstadt
Entfernung: ca. 235 km Fahrzeit: ca. 2:45 Std

Über die A 8 nach "Ulm" - Ausfahrt "Ulm-West" - weiter Richtung "Ulm/ Friedrichshafen/ Kempten" auf die B 10 durch "Ulm" hindurch (und nicht drumherum) - weiter Richtung "Kempten" - dann bei "Senden" automatisch auf die A 7 Richtung "Kempten" - bis zur Autobahnausfahrt "Allgäu" - dann auf die A 980 bis zur Ausfahrt "Waltenhofen" - hier auf die B 19 bis nach "Immenstadt".
Kostenlose Parkmöglichkeit auf dem Parkplatz P 2 Stadthalle - von hier ca. 10 Minuten Fußmarsch zum Bahnhof. Mit der Bahn nach "Oberstaufen" - am Busbahnhof direkt neben dem Bahnhof wartet bereits der Bus, der über "Steibis" bis zur Talstation der "Hochgratbahn" fährt.

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Ausrüstung
  • gute Wanderbekleidung (einschl. Regenjacke etc.)
  • festes Schuhwerk für Geröll
  • Taschenlampe für Almhütte (keine Beleuchtung nachts)
  • Regenbekleidung (großer Überwurf, Poncho, Regenhose, Rucksackabdeckung, etc.)
  • Taschenlampe falls Tagesziel "Abfahrt Mittagbahn" nicht erreicht
  • Einen Satz trockene Ersatzbekleidung (eine gute Idee ist das Einschweißen der Ersatzkleidung mit einem Haushaltsfolienschweißgerät - diese bleibt dann wirklich absolut trocken)
  • Stöcke - erleichtern sicheren Stand übers Geröll, im Schnee und bei Steigung/Gefälle
  • Sonnenschutz für Kopf (Tuch/ Hut) und Haut (Sonnenmilch -spray)
  • Notfall-Set (praktisch 1.Hilfe-Tasche für Motorrad)
  • krampflösende Calcium-Magnesium-Tabletten (günstig in jeder Drogerie)
zur Linkseite: "Ausrüstung"
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Wegbeschreibung
Häuptling brennende Socke bei unserer ersten großen Rast. Bis dahin hatten wir gerade mal das Hochgrat genommen. Das Wetter war an diesem Tag einfach unbeschreiblich: *strahlend blauer Himmel* gemischt mit der *erholsamen Stille dieser Bergregion*. Auf dem ersten Bild sind dabei im Hintergrund die Holzpfähle eines Weidezaunes zu erkennen. Sie stehen wirklich auf dem letzten Stückchen festen Bodens...denn direkt dahinter geht es beinahe senkrecht bergab. Gut zu erkennen ist der bis dahin zurückgelegte Weg auf dem nächsten Bild.

Eindrucksvoll sieht man von hier die verschiedenen steil aufragenden Gesteinsschichten, die der Nagelfluhkette ihr unverkennbares Profil verleihen.
Der Weg verläuft hier fast immer auf dem Grat, was schon etwas Schwindelfreiheit erfordert, aber durch wunderbare Ausblicke entschädigt.
Kurzer Ausflug in die Geologie: Der Begriff Nagelfluh setzt sich zusammen aus dem alemannischen "Fluh" für "steile Wand" und "Nagel" wegen den wie Nägelköpfen aus einer Wand herausragenden Gesteinsteilen (Kiesgeröll). Bei der Nagelfluh handelt es sich um eine zu festem Stein gewordene, ehemalige Kiesablagerung. Das Ganze stammt aus einer Zeit von vor ca. 35-10 Millionen Jahren.

Kleine nicht ganz ernst gemeinte Klettereinlage im Nagelfluhgestein.

Häuptling brennende Socke Blick zurück auf die Flanke des Hochgrates Kleine Klettereinlage.
Klasse Blick zurück Richtung Hochgrat. Der Schatten lud etwas zum Verweilen und Ausruhen ein. Weiter auf dem Weg mit dem nächsten Bild.
Von der reinen Laufleistung her, lag hier auf dem Gipfel des Stuiben das gröbste Stück hinter uns...das Anspruchsvollste lag dagegen noch vor uns. Hätten wir das vorher gewusst, wär die Pause mit Sicherheit etwas länger ausgefallen. Die lachende Sonne und das herrlich bequeme und grüne Plateau luden aber vergeblich dazu ein. Leider war es hier oben auch ziemlich belebt.
Gut sichtbar vom Gipfel des Stuiben: Die noch vor uns liegende 'Gratwanderung' Richtung Mittag. Davor lag aber noch ein kleiner kniffliger Abstieg.
Bild 4: Blick zurück Richtung Hochgrat Bild 5: Auf dem Gipfel des Stuiben Bild 6: Richtung Mittag
Blick zurück auf den erfolgreich abgeschlossenen Abstieg vom Stuiben Richtung Mittag. Eine seilgesicherte Stelle, die Schwindelfreiheit erfordert und bei Nässe mit Vorsicht zu genießen ist. Der Weg führt vorbei unterhalb des Steineberges.

Hier führt kein Weg dran vorbei...auch mit Seilen gesichert. Die Spur verläft quer durchs Bild von unten links nach oben rechts...
Diesmal verläuft der Weg auf der abstürzenden Flanke der Nagelfluhkette, während sich rechts der Steineberg auftürmt, den wir aber sozusagen auch 'rechts' liegenlassen. Wir nähern uns mit großen Schritten dem MittagAn dieser Stelle kam uns ein Bergjogger entgegen, der diese Hürde wie eine Gemse in wenigen Schritten übersprang.

Abstieg vom Stuiben Richtung Mittag Unterhalb vom Steineberg Richtung Mittag Kletterwand
Geschafft!! Das Ziel erreicht und auch noch gut in der Zeit...d.h. die Mittagbahn war noch in Betrieb und ersparte uns einen 1 1/2 stündigen Abstieg. Stellt sich nur noch die Frage: Was war zuerst da? Häuptling Brennende Socke oder der angebissene Apfel auf dem Stein im Vordergrund? Viel Spass beim Raten und Nachwandern.
Gipfel des Mittag

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Fazit:
Aussichtsreiche Kammwanderung über die Gipfel der markanten Vorberge zu den Allgäuer Alpen. Nach dem Trubel in der Nähe der Hochgratbahn recht einsame Tour über mehrere Stunden bis zum beliebten Ausflugsgipfel des Stuiben. Danach eine kurze felsige aber seilgesicherte Passage. Die Höhenverluste und erneuten Anstiege sind recht schweisstreibend - werden aber mit tollen Aussichten belohnt. Als reine Laufzeit sind für die ganze Tour mind. 8 Stunden einzuplanen.

Weitere Links und ausführliche Hinweise:
Karte "Allgäuer Alpen" vom Bayr. Landesvermessungsamt (1 : 50 000) mit GPS-Gitter


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Übernachtungs-/Einkehrmöglichkeit

Auf der gesamten Route - von der Bergstation der Hochgratbahn bis zur Bergstation der Mittagbahn - befindet sich keine Hütte. Das ist wichtig beim Planen von Verpflegung, Trinken, Toilette, etc. Erst kurz vor dem Stuiben besteht die Möglichkeit des Abstieges zur "Alpe Gund".
Sollte in Notfällen ein früherer Abstieg erforderlich sein, bitte anhand der mitgeführten Wanderkarte nach einer geeigneten Möglichkeit suchen.

Übernachtung
Von der Talstation der Mittagbahn sind es ca. noch 10 Minuten Fußweg Richtung Marktplatz im Herzen von Immenstadt. Hier beziehen wir unser Quartier im Hotel Drei König. Die Zimmer waren 4 Wochen vorab per email reserviert worden (Reservierungsbestätigung ebenfalls per email). Die Zimmer sind funktionell und gemütlich eingerichtet. Warme Duschen, ausgezeichnete Warme Küche, zwischendurch etwas kühles flüssiges und dann nur noch ein warmes Bettchen.
Zum reichhaltigen Frühstücksbuffet gab es dann am anderen Morgen passend sehr 'warmen' Kaffee. Frühstücksmöglichkeit in der Regel bis ca. 10.30 Uhr - aber besser vorher erfragen.
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Tipps
Verpflegung
Zwischen den Bergstationen Hochgrat und Mittag, also auf der gesamten Strecke, gibt es keine Einkehrmöglichkeit - wichtig bei Planung von Verpflegung, Wasser...etc.

Bergbahnen
Wer abends den Abstieg vom Mittag nach Immenstadt lieber mit dem Lift vornehmen will, kann beim Ticketkauf an der Hochgratbahn gleich ein verbilligtes Kombi-Ticket lösen.
Netzabdeckung Mobilfunk
Für ständig 'erreichbar-sein-Wollende': durchgehend Mobilfunknetz
('D1' ganz sicher, andere Netze: *schulterzuck*)
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