Geschichten gibts...

Eissee Auf dem Höhenweg vom Prinz Luitpold Haus zur Kemptner Hütte kommt man unterhalb vom Rauheck direkt am Eissee vorbei, der genaugenommen aus zwei kleinen Seen besteht. Der Name leitet sich von der Schnee- und Eisbedeckung ab, die dort bis zum Frühsommer vorhanden ist. Das liegt vor allem an der Schattenlage durch die Bergflanke des Rauhecks. Dem aufmerksamen Wanderer fällt hier bestimmt der Holzsteg im Wasser auf - doch man sucht vergebens nach Booten oder ähnlichem. Doch wie ist der Steg da hingekommen?

Auf das Phänomen eines Holzsteges in einem Bergsee wurden wir durch Michael (MiMo) aufmerksam gemacht, einem eifrigen Besucher vom Alpic.net-Forum.

Unsere Anfrage bei der Alpinen Bergberatung Oberstdorf wurde freundlich entgegengenommen und bereits kurze Zeit später lag eine plausible Erklärung von Daniel Freuding vor:

"Mit dem Steg im Eissee hat es Folgendes auf sich:
Früher gab es am Eissee ein kleine Hirtenhütte. Nach deren Verfall haben sich die jungen Hirten (im Allgäu sagt man zu denen "Kleinhirten") aus den Resten ein Floß gebaut, um auf dem See Piraten zu spielen. Die nächste Generation Kleinhirten hat dann aus diesem Floß den Steg gefertigt, als Badesteg, um besser in tieferes Wasser zu gelangen.

(Quelle: Markus Bickel, ehem. Kleinhirte am Eissee und dort gefürchteter Pirat...)

Wir bedanken uns bei Mimo und Daniel für diese nicht alltägliche Geschichte am Rande einer Bergtour. Also nicht vergessen, beim nächsten Begehen des Höhenweges eine Badehose einzupacken.