Heilbronner Weg: Königsetappe

Der Allgäuer Höhenweg "Nr. 1" ist ein beliebter hochlapiner Weitwanderweg mit Klettersteigcharakter, der zwischen Kemptner Hütte und Rappenseehütte dem Gratverlauf des Allgäuer Hauptkamms folgt.
Die Erschließung des Lechtaler Alpenhauptkammes geht auf den Reallehrer Anton Spiehler aus Memmingen zurück, der 1885 ein mögliches Wegenetz entwarf, dessen Verwirklichung 1889 von den Alpenvereins-Sektionen Immenstadt, Kempten, Memmingen und Elmen beschlossen wurde. Die ersten Wege wurden 1892 zur Mädelegabel und zum Großen Krottenkopf gebaut, dann wurde der weitere Ausbau wegen finanzieller Engpässe durch den Bau zweier Hütten unterbrochen. Im Februar 1895 bekundete die Sektion Heilbronn des DAV Interesse an der Finanzierung des Vorhabens, falls der DAV-Zentralausschuss 1000 Mark der auf 4500 Mark geschätzten Baukosten übernehmen würde. Im Herbst 1895 wurde daraufhin von dem Alpinisten Anton Hengeler die Wegtrasse des „Heilbronner Weges“ vom Hohen Licht zur Mädelegabel festgelegt und im Januar 1896 der Subventionsantrag beim Zentralausschuss gestellt, woraufhin im August 1896 die Brüder Klein aus Rubi mit dem Ausbau des Weges beauftragt wurden. Der Ausbau verzögerte sich wegen schlechten Wetters mehrfach, so dass die für 1898 geplante Eröffnung auf das Folgejahr verschoben werden musste. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8500 Mark und damit auf knapp das Doppelte der veranschlagten Summe. Zu den Mehrkosten hatten insbesondere aufwändige Felssprengungen beigetragen. Der Weg wurde schließlich im Juli 1899 eingeweiht.

Die Hütten im Wegbereich (s.u.) wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mehrmals erweitert und modernisiert, der Weg selbst blieb jedoch über ein Jahrhundert bis auf die alljährlichen Instandsetzungsarbeiten nahezu unverändert. In den 1960er Jahren brach die als „Wildes Männle“ bekannte Felsnadel im Wieselekar zusammen. 1985 zerstörte Blitzschlag die Seilsicherungen über den Grat des Steinschartenkopfes. Im Spätsommer 2000 wurde der Weg generalüberholt und neu gesichert.