Wildes Männle (2.399m)

Eine kühne 30m hohe Felsnadel stand bis zum 8. Mai 1962 hoch über dem Bacherloch zwischen dem Wilden Mann und der Rotgundspitze, bevor es bei einem nächtlichen Gewitter mit lautem Getöse in das Bacherloch herunterstürzte. Seinen Namen erhielt es von den damaligen Bewohnern wohl wegen seiner Ähnlichkeit mit den in Oberstdorf seit alters her heimischen "Wilden Mändle", die nach einer fast 2000jährigen Überlieferung aus der Keltenzeit alle fünf Jahre den "Wilde-Mändle-Tanz" aufführen (nächste Aufführung 2010).

Von Oberstdorf war das Wilde Männle gut sichtbar an der südlichen Bergsilhouette und den Bewohnern ein wohlvertrauter Anblick. Heute erinnert am Nordrand des Wieslekars nur noch ein kleiner Schuttkegel an das frühere Wahrzeichen der Allgäuer Alpen.
Die Alpenküchenschelle (Pulsatilla alpina), auch Berganemone oder Alpenanemone genannt, wird umgangssprachlich ebenfalls gerne als "Wildes Männle" bezeichnet. Hoffen wir mal, dass wir kein "Wildes Männle" die Allgäuer Alpen betreffend vergessen haben.