Schwarze Milz

Die Gegend mit dem merkwürdigen Namen liegt in einer plateauartigen Einsenkung zwischen Mädelegabel und Kratzer und ist ein Bindeglied des Allgäuer Hauptkamms. Die Schwarze Milz ist zudem ein geologisches Fenster: Der Hauptdolomit ist hier bereits abgebaut und in dem weichen schwarzen Liasschiefer, der dieser Stelle den Namen gab, arbeitet die Verwitterung mit großem Erfolg. Darüber aber stehen, riesenhoch und plattengepanzert, die Wänder der Mädelegabel und Trettachspitze - auf die Allgäuschichten aufgeschobene Hauptdolomitgipfel (Lechtaldecke).

Die Pflanzenwelt an diesem Ort ist auf ganz wenige Arten beschränkt, aber um so ergreifender leuchten da und dort herrliche blaue Blüten des "Bergvergissmeinnicht" aus dem Schutt. Das Gebiet ist reich an Kristallen und Erzen. Ortskundige sieht man dort oft auf der Suche nach Bergkristallen. Eine Oberstdorfer Sage berichtet, dass einst ein fahrender Schüler hier jedes Jahr seinen Beutel mit Schätzen gefüllt hat. Viele hätten versucht ihm zu folgen und selbst mit Reichtümern heimzukehren, was aber nie gelungen sei.