Mädelegabel (2.645m) (eigentlich "Mädelergabel")

Von den Allgäuern selbst bekommt man zu hören, dass ihr schönster und höchster Berg die Mädelegabel sei. Es ist wohl der bekannteste Gipfel der Allgäuer Alpen, aber nur deren Vierthöchster. Dafür ist die Mädelegabel der höchste Berg im Allgäu, auch wenn die Grenze unmittelbar über den Gipfel verläuft. Gleichwohl ein wuchtiger, durch die aufgeschobene Lechtaldecke quer gebänderter Felsklotz aus Hauptdolomit mit bis zu 400m hohen Wänden, dem allerdings die vorgelagerte und viel elegantere Trettachspitze die Schau stiehlt.

Die naheliegende Namensableitung von Mähder (eine gemähte Bergwiese) muss hinterfragt werden, da diese Bereiche früher nicht gemäht, sondern beweidet wurden. Die Gabel rührt dagegen vom Erscheinungsbild des Dreigestirns nach Norden, das an eine Gabel erinnert. Ursprünglich war Mädelegabel die Bezeichnung für alle drei Gipfel des Dreigestirns, erst später erfolgte eine Unterscheidung. Der Name muss in Verbindung mit den anderen Gipfeln gesehen werden, denn wie Gabeln ragen diese 3 Spitzen über der Mädele-Alpe empor. Damit können wir wohl von dieser Deutung des Namens ausgehen.

Im Jahre 1811 ist die erste Bergfahrt durch den Immenstädter Landgerichtsphysikus Dr. Bernhard Zör überliefert. Dabei scheint es sich jedoch eher um einen Besuch des "Scharzen-Milz-Ferners" gehandelt zu haben. Dagegen wird von Enzensberger angenommen, dass die Mädelegabel erstmals bei Vermessungsarbeiten in den Jahren 1818/1819 und bei Arbeiten der Grenzkommission im Jahre 1835 bestiegen wurde. Auf jeden Fall bestieg Baptist Schraudolph nach seinen Angaben die Mädelegabel im Jahre 1836, weil ihn eine Stange auf dem Gipfel neugierig machte. Also musste schon jemand vor ihm dort gewesen sein.

Die Mädelegabel wird meist in Verbindung mit dem Heilbronner Weg bestiegen, der die Rappenseehütte mit der Kemptner Hütte verbindet. Auch vom Waltenberger Haus führt ein Weg durch die Bockkarscharte herauf. Beim höchten Punkt des Schwarzmilzferners, der sich auf der Süd-Ost-Seite der Mädelegabel befindet, beginnt der leichte Normalaufstieg, der nur am Gipfel etwas Kletterei verlangt. Besonders imponierend ist der Tiefblick vom Gipfel auf die Westwand der Trettachspitze (s.u.).