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Allgäuer Dreigestirn - Mädelegabel, Trettachspitze und Hochfrottspitze


 

"Ich habe sie nicht vergessen, die Stunden und Tage an und auf diesen Bergen, zu allen Jahreszeiten. Es waren oft mühsame, manchmal harte Wege hinauf zu den schönsten Allgäuer Hochgipfeln - aber es waren immer Pfade hinein in die Bergseligkeit." (*)

 

Unter der Rubrik "Gipfel" stellen wir Euch markante Gipfel der Allgäuer Alpen vor. Auf den nachfolgenden Seiten portätieren wir das sogenannte "Allgäuer Dreigestirn" im Zentralen Hauptkamm der Allgäuer Alpen. Über die einzelnen Navigationspunkte auf der rechten Seite können die Kapitel direkt angesprungen werden. Mit den Navigationshinweisen "zurück" und "weiter" am Ende jeder Seite kann innerhalb des Artikels geblättert werden. Mit dem Aufruf "Alle Seiten" öffnet sich das komplette Bergporträt auf einer einzelnen Seite.

 



 


Mädelegabel (2.645m) (eigentlich "Mädelergabel")
Trettachspitze (2.595m) - man nennt sie auch das "Allgäuer Matterhorn"
Hochfrottspitze (2.649m)
Schwarze Milz
Schwarzmilzferner
Schwarzmilzsee (2.250m)

Zwischen Kemptner Hütte und Mädelegabel liegt der Schwarmilzsee. Das Seelein entwässert mit einem kleinen Graben in die Trettachrinne und ist somit der Geburtsort dieses Illerquellflusses. Der kleine See ist bis in den Sommer hinein von Eis und Firn teilweise bedeckt und umrandet von Gesteinstrümmern und unzähligen Felssplittern. Bereits hier, mehr aber noch aus den schwarzen schiefrigen Rinnen nordwestlich, glitzern besonders feingeformte wasserhelle Bergkristalle.
(Aufnahme freundlicherweise von Wolfgang Stanglmeier zur Verfügung gestellt)


Berge der Guten Hoffnung (Östlicher 2.415m, Westlicher 2.388m)
Wildes Männle (2.399m)
Heilbronner Weg: Königsetappe
Kemptner Hütte (1.846m)
Einödsbach (1.142m) im Stillachtal
Stillachtal oder Birgsauer Tal
Bacherloch

Das Bacherloch ist ein ungewöhnlich scharf eingeschnittenes Tal in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf. Die Schlucht beginnt bei Einödsbach in 1.100m Höhe und endet in 1.900m Höhe unter steilen Felswänden. Das Bacherloch öffnet sich nur nach Norden; im Süden wird es überragt von Linkerskopf, Rothgundspitze, Wilder Mann und Bockkarkopf. Im Osten sind es Mädelegabel, Trettachspitze und Wildengundkopf sowie im Westen der Heubaumgrat bis zum Linkerskopf. Der Blick ins oberste Bacherloch, das sogenannte Schneeloch zeigt meist über den ganzen Sommer liegenbleibende ausgedehnte Altschneefelder.

Aufstieg zum Waltenberger Haus:
Der Wanderweg führt von Einödsbach (1.114m) zunächst über die Bacheralpe und über Grashänge, den Ausgang des Hölltobel (nicht der bei Gerstruben) querend hinein in das finstere, oftmals von gewaltigen Lawinen verschüttete, Bacherloch. Unter riesigen zerfurchten Steilgrasflanken und steinschlagbergenden Schrofenhängen führt der Weg über den Sturzbach des Katzentobel und bald darauf in Kehren und über Gräben teils durch Buschwerk bergan bis auf ca. 1.700 m Höhe.

Unter dem Schneeloch schwingt sich die Route nach einem Flachstück unter düsteren Felsabstürzen über das Wändle empor; einem drahtseilversicherten und etwas feuchten Schrofenriegel, der einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit erfordert. Die Überwindung des Felsriegels, der das Bacherloch vom Bockkar trennt, erfolgt auf dem in den Felsen gesprengten klettersteigähnlichen Weg mit einer Art Steg über ausgesetzte Felspassagen und Drahtseilsicherungen, ehe man das Waltenberger Haus erreicht.

Schicksal der Bacher-Alpe:
Heftiger Regen, der auch zum Hochwasser in der Region geführt hatte, löste im August 2005 zahlreiche Rutschungen im Allgäu aus. Bei der Rutschung an der Bacher Alpe bei Einödsbach setzen sich rund 10.000 Kubikmeter aus einem Schuttkegel in Bewegung und zerstörten das Gebäude der Bacher Alpe vollständig.
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt 02/2006)

Rinnsal wird zu Wildbach:
Zwei Wanderer wurden auf dem Weg vom Waltenberger Haus ins Tal von einem heftigen Gewitterregen überraschte. Der sogenannten Katzentobel ließ einen Bach, sonst eher ein Rinnsal, zu einem reißenden Wildbach anschwellen. Der mutigere der beiden Wanderer durchquerte die reißenden Fluten und alarmierte in Einödsbach die Bergwacht Oberstdorf. Mit 5 Mann bauten die Retter ein Seilgeländer und holten den 60-Jährigen aus Aalen heil, aber nicht ganz trockenen Fußes auf die andere Uferseite. Der Einsatz war um 00.30 Uhr zu Ende.
(Quelle: Bergwacht Oberstdorf 04.09.2003)

Abstieg vom Waltenberger Haus nach Einödsbach
(Quelle: allgaeu-ausfluege.de)


Alpensteinbock - Der Alpenkönig häufig zu beobachten im Gebiet der Schwarzen Milz

Kaum ein Wildtier des Hochgebirges hat in Sage, Aberglaube, Volksmedizin und Brauchtum über Jahrhunderte eine so große Rolle gespielt wie der Alpensteinbock. Seine Kraft, Anmut und das mächtige Gehörn hatten es den Menschen angetan und so war der Steinbock Ende des 17. Jahrhunderts in den ganzen Ostalpen durch Wilderei ausgerottet worden. Die letzten ihrer Art überlebten am Fuße des Gran Paradiso im Grenzgebiet zwischen Aosta und Piemont. Im Jahr 1856 wurden sie vom König von Savoyen unter Schutz gestellt. Die Population konnte sich erholen und heute noch findet man dort die größten und kapitalsten Böcke Europas.

Im Jahr 1958 erfolgte im Montafon und in den folgenden Jahrzehnten auch in anderen Landesteilen Österreichs (Aussetzen von Wildfängen) die Wiederansiedelung. Im Jahr 1998 wurde von der Vorarlberger Jägerschaft bei der Steinwilderhebung ein Bestand von mehr als 1000 Stück erhoben. Verteilt sind die Vorkommen über weite Teile Vorarlbergs, so im Bezirk Bludenz die Silvretta, Rätikon, Lechquellengebirge (größteund stärkste Kolonie Vorarlbergs), im Bezirk Bregenz der hintere Bregenzerwald und das Kleinwalsertal. Durch gezielte Schutzmaßnahmen trifft man in den Ostalpen wieder vermehrt auf Steinwild. Der Alpenkönig hat sein Reich zurückerobert. Steinwild ist sehr empfindlich gegenüber dem Überflug von Gleitschirmen. Bei Untersuchungen zeigten Steinböcke bei jedem herannahenden Gleitschirm Fluchtverhalten. Dies ist bei Segelfliegern, Ultraleichtflugzeugen und sogar bei Kampfflugzeugen während Übungsflügen nicht so ausgeprägt zu beobachten. Die genauen Gründe für die starke Reaktion auf Gleitschirme sind jedoch nicht bekannt.


Der Steinbock ist ein kraftvolles Tier, das eine Schulterhöhe von 1 m und ein Gewicht bis 100 kg erreichen kann. Seine mächtigen Hörner können bis zu 1 m lang und bis zu 15 kg schwer sein. Die Geißen sind kleiner als die Böcke und haben nur ca. 30 cm lange Hörner. Die tiefgespaltenen Hufe der stämmigen Beine mit den gummiartigen Zehenballen und scharfen Schalenrändern verleihen den Tieren eine außerordentliche Kletterfähigkeit. Das Steinwild bildet Rudel von verschiedener Stärke, zu denen sich die alten Böcke jedoch nur während der Paarungszeit gesellen. Wie die Gemsen weiden auch die Steinböcke des Nachts in den höchsten Wäldern, im Sommer jedoch niemals weiter als eine Viertelstunde unter der Spitze einer freien Höhe. Mit Sonnenaufgang beginnen sie weidend aufwärts zu klettern und lagern sich endlich an den wärmsten und höchsten, nach Osten oder Süden gelegenen Plätzen. Bei ihren Weidegängen halten sie nicht nur ihre Wechsel ein, sondern lagern auch regelmäßig an bestimmten Stellen, am liebsten auf Felsvorsprüngen, die ihnen den Rücken decken und freie Umschau gewähren. Jede Bewegung des Steinwildes ist rasch, kräftig und dabei doch leicht. Der Steinbock läuft schnell und anhaltend, klettert mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit und zieht mit geradezu unverständlicher Sicherheit und Schnelligkeit an Felswänden hin, wo nur er Fuß fassen kann. Eine Unebenheit der Wand, die das menschliche Auge selbst in der Nähe kaum wahrnimmt, genügt ihm, sicheren Halt zu finden; eine Felsspalte, ein kleines Loch usw. werden für ihn zu Stufen wie bei einer Treppe. Die Stimme des Steinbocks ähnelt dem Pfeiffen der Gemse, ist aber gedehnter. Erschreckt, lässt er ein kurzes Niesen, erzürnt, ein geräuschvolles Blasen durch die Nasenlöcher vernehmen; in der Jugend meckert er.

Nach Art der Ziegen gefällt er sich in der Jugend in neckischen und selbst im Alter in mutwilligen Streichen, tritt aber immer selbstbewusst auf und bekundet Erforderlicherweise hohen Mut, Rauf- und Kampflust, welche ihm keineswegs schlecht ansteht. Gefährlichen Tieren weicht er aus, schwächere behandelt er übermütig oder beachtet sie kaum. Mit den Gemsen will er nichts zu tun haben und hält sich, unbedrängt, fern von ihnen; Hausziegen dagegen sucht er gelegentlich auf und paart sich auch freiwillig mit ihnen. Die Brunft beginnt im November und reicht bis in den Januar hinein. Nach ca. 23 Wochen wird 1, selten 2 Kitze gesetzt.Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Kräutern, Knospen, Latschen und Weichhölzern. Im Winter auch aus Flechten und Halmen. Der Wasserbedarf wird dann durch Aufnahme von Schnee gedeckt. Steinwild hat ausgesprochen gute Sinne und ist ein ausgezeichneter Kletterer. Allein dies war schon ein Grund für seine Bedrohung. Steinwild lässt seine Feinde sehr nahe kommen, in der Gewissheit sich mit 2-3 Sprüngen sofort in Sicherheit zu begeben.

Beide Geschlechter tragen auf starken Stirnzapfen ihre Gehörne. Das vier Wochen alte Junge ("Kitz") bildet bereits Hornzapfen aus. Nach 2 Monaten sind sie bereits ca. 3 cm lang. Bei Böcken werden sie bis zu 1 m lang, bei Geißen bis ca. 30 cm. Der Querschnitt des Bockhorns ist dreieckig, der der Geiß meist oval. Der Körper des Steinbocks ist gedrungen. Das Fell ("Decke") ist im Sommer braungrau bis rötlichgrau, im Winter gelblich-braungrau mit weißlicher Unterwolle. Daher wird der Steinbock auch mancherorts als "Fahlwild" bezeichnet. Steinböcke werden ca. 15 bis 18 Jahre alt, und ihr Horn kann einen Meter lang werden. Das Alter kann an den Schmuckwülsten am Horn ermittelt werden; es werden in der Regel zwei solche Wülste pro Jahr gebildet. Nach dem zehnten Jahr nimmt das Wachstum der Hörner stark ab. Das Körpergewicht beträgt beim Bock bis zu 100 kg, bei der Geiß etwa die Hälfte.


Alpinhistorie
Weitere interessante Links rund um das Allgäuer Dreigestirn:



Quellenangaben: