Zwei Überschreitungen der Höfats
von und mit Josef Enzensperger (im September 1894) veröffentlicht im Werk "Ein Bergsteigerleben – Alpine Aufsätze und Vorträge 1924"


Höfatsspitze mit Oytal um ca. 1960 Mit vollem Rechte hat einst ein berühmter Alpinist die Behauptung aufgestellt: nur derjenige kenne einen Berg, der ihn überschritten habe. Wenn von irgend einem Gipfel, so gilt dies von der Höfats; denn dem Turisten, der sich mit dem gewöhnlichen Wege begnügt, bleiben ihre charakteristischen Eigenschaften, die gewaltigen Schluchten der Nord- und Ostseite und die scharfen Gipfelgrate selbst, verschlossen. Um diese kennen zu lernen, ist notwendig, daß man entweder den Nordgrat begehe, oder den Aufstieg aus dem Roten Loch wähle und außerdem noch die Überschreitung der vier Gipfel durchführe. Einen dasselbe Thema behandelnden Vortrag, den ich vor einigen Jahren in einem alpinen Verein hielt, hatte ich mit den Worten geschlossen: "Vielleicht die schönste Tur, die im Gebiete der Höfats existiert, die jedoch noch der Ausführung harrt, wird die Ersteigung des Westgipfels über den Nordgrat und daran schließend der Gratübergang zum Ostgipfel mit Abstieg zum Älpele sein. Sie läßt sich von Oberstdorf hin und zurück bei raschem Gehen in acht Stunden Marschzeit durchführen, erfordert allerdings einen ruhigen und sicheren Alpinisten, gibt aber wie keine andere Route einen genauen Einblick in die Formation und das innerste Wesen dieses außergewöhnlich interessanten Berges. In unserer dem Alpinismus so günstigen Zeit wird die Ausführung nicht allzu lange auf sich warten lassen." Mir selbst was es ein Jahr später vergönnt, die empfohlene Kombination von drei Wegen zu erproben. Aus den oben berührten Gründen möchte ich sie etwas näher schildern, da sie nämlich die interessanteste aller Kombinationen ist, die sich in so reicher Auswahl an der Höfats bieten; es leitet mich außerdem noch die sichere Hoffnung, daß es nur eine solchen Schilderung bedarf, um manchen tüchtigen Turisten von der Benützung des normalen, wenig instruktiven [1]und fast einförmigen Weges abzuhalten und ihn so die Höfats in ihrer ganzen Eigenart kennen lernen zu lassen. —
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Umgebungskarte von Enzensperger im DÖAV-Jahrbuch v. 1896 Es war am 13. September 1894, kurz vor sechs Uhr morgens, als mein Bruder Ernst, dessen erste Höfatstur es war, und ich die im Dietersbachtale, eine Viertelstunde hinter Gerstruben gelegene Gerstrubener Alm verließen. Unser nächstes Ziel war das untere Ende des Nordgrates. Der Weg, den ich zu diesem Zwecke im vorhergehenden Jahre mit Frau Luise v. Chelminski gewählt hatte, war mir noch in allzu lebhafter Erinnerung, als daß ich freiwillig die damit verbundene Mühsal nochmals auf mich genommen hätte. Wir folgten dem freundlichen Rate der Sennen, die uns die relativ bequemste Route angaben. Wenige Minuten hinter der Alm bricht mit mächtigem Geröllstrom der innere Höfatstobel in das offene Tal hinaus, dessen weite, flache Sohle in seltsamen Kontraste zu den beiderseits in unvermittelter Jähe [2]daraus emporsteigenden Graslahnen [3]steht. In dem Grashange an seiner östlichen Seite fällt hundert Meter über dem Talboden ein einzeln stehender großer Ahornbaum ins Auge; bei ihm beginnt ein Steiglein, das im Zickzack ungemein rasch in die Höhe führt, später den Tobel quer übersetzt und uns bis auf eine halbe Stunde unter den Hauptkamm emporbringt. Es ist ein typisches Beispiel jener spezifischen Allgäuer Heuerpfade, die man kaum anderswo trifft: oft nur handbreit ziehen sie sich an den schroffen Lahnen hin, auf schmalen, vereinzelten Tritten durch Felswände und Tobel hindurch, und wirklich bewundernswert ist die Sicherheit, mit der auf ihnen mancher Eingeborene seine schwere Heulast, die bis zwei Zentner Gewicht erreicht, auf Kopf und Schultern zu Tale trägt. Der Weg selbst gewährt stets einen schönen Rückblick auf die gegenüber in steilen Fluchten niederschießenden begrünten Flanken der Kegelköpfe; allmählich strecken darüber die wilden Dolomitzacken der Krottenköpfe ihre Häupter empor und winken die stolzen Gipfel der Mädelegabel-Gruppe, voran der überkühne Zahn der Trettachspitze; jenseit des Tobels gleitet der Blick scheu zur Nordwestwand der Höfats, deren pralle Platten trotz ihres senkrechten Abfalles an mancher Stelle mit Grasschöpfen gesprenkelt sind. Das Steiglein endigt kurz unter dem Kluppenkopfe, einem kleinen Seitengrate, der den Tobel in seinem obersten, flachen Teile auf der westlichen Seite begrenzt. Vom Tale gesehen ein Felszacken von verwegenster Gestalt, läßt er das Sprichwort zur Wahrheit werden: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt." Man ist geradezu enttäuscht, wenn man sieht, daß auf seiner Rückseite ein ganz unschuldiger Graskamm zum Hauptgrat zieht.
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Wir sind so sündhaft bequem, schon hier die Steigeisen anzulegen. Es zählt eben nicht zu den größten irdischen Freuden, auf glatter, stufenloser Rasenfläche sich krampfhaft mit dem Geradehalten des Fußgelenkes abzumühen, und wer dieses Vergnügen einmal ein paar Stunden lang durchgekostet hat, der bequemt sich, auch wenn er die Eisen sonst verabscheut, sehr gerne dazu, die Mißachteten zu benützen. Viel mehr noch als bei den sogenannten gefährlichen Stellen, die wegen ihrer Steilheit bedenklich sind, aber eben deshalb keine Möglichkeit zur Bildung vollkommen zusammenhängenden Rasens, sondern nur einzelner Polster geben und daher meistens Stufung zeigen, empfiehlt sich in diesem leichten Terrain für den, der seine Füße schonen will, das Anlegen der Eisen. Man glaubt nicht, wie viel Zeit und vor allem wie viel Mühe man sich dadurch erspart. Ohne Anstrengung werden wir durch sie auch auf den Rauhenhalsgrat emporgetragen, wo wir sieben Viertelstunden nach unserem Aufbruch von der Alm gerade zur rechten Zeit ankommen, um ein Rudel von fünfzig Gemsen in greifbarer Nähe über die Felsmauern ins Oytal jagen zu sehen. Wie die stahlhufigen Tiere sprangen, stürzten, mitten im Sturze wieder in die Höhe schnellten und so fort, bis die sausende Jagd im Tobel verschwand und nur das noch lange nachhaltende Dröhnen und Poltern der Steine Kunde von ihrer Flucht gab! Mit einem gewissen Neidgefühle sahen wir ihren tollen Sätze zu. Nun, wir haben eigentlich keinen Grund zum Neide. So schnell geht es bei uns freilich nicht, aber wir trösten uns mit dem Gedanken, daß es dafür eine Unzahl Gipfel gibt, die wohl von kühnen Männern bezwungen werden, der Gemse aber unzugänglich sind. Der Gratabbruch, auf den wir jetzt zusteuern, ist gleich ein Beispiel dafür. Die vorhergehende Woche, die den größten Teil der Ostalpen mit erklecklichen Neuschneemassen bedacht hatte, war auch hier nicht spurlos vorübergegangen; noch hingen mächtige, absturzdrohende Wächten über den Rauhenhalstobel hinein, dessen dunkle Schlünde schaurig heraufgähnten. Von der überzuckerten Nordwand der Höfats pfiffen die Steine in die Schlucht hinab; heute hätte ich nicht durch sie hinaufsteigen mögen. Auch der Nordgrat war, soweit man über seinen großen Überhang in die Höhe zu blicken vermochte, weiß bestäubt. Die Schneeschicht, die bei seiner Schärfe und der Steilheit seiner Flanken nicht tief sein konnte, genierte uns wenig; wußte ich doch nur zu gut, welche Gefahr und Arbeit das bedeuten würde. Glücklicherweise war das nicht der Fall; auch war die fünfzig Meter hohe Wand, über welche der Grat in seiner westlichen Flanke erklettert werden muß, da der Abbruch selbst völlig glatt ist, schon aper. [4]
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Die große Wand besteht zu zwei Dritteln aus einer zwischen fünfundsechzig und siebzig Grad geneigten Gras- und Erdwand, der jedoch die günstige Stufung fehlt; immerhin läßt sie sich mit Hilfe des eingeschlagenen Pickels gut erklimmen. Weniger kann man das von der anschließenden Felswand behaupten, die ganz links in der Nähe des Abbruches nach einem horizontalen Quergang auf nur handbreitem Grasbande in einer sehr seichten Spalte bezwungen wird. Sie ist von jener Neigung, die man im Gebirge als senkrecht zu bezeichnen pflegt, also ungefähr achzig Grad, und von wesentlicher technischer Schwierigkeit; sie ist überhaupt die schwierigste Stelle auf allen Höfatsrouten. Eingeklemmte winzige Graspäckchen spielen die Rolle der Tritte, die Griffe sind ungünstig gelegen, klein und öfters unzuverlässig. Wie hatten wir uns da im Vorjahre geplagt! Damals war das Erdreich hart gefroren, an den Grashalmen hatten sich Eisröhrchen gebildet und in der Felswand oben boten die übereisten Graspäckchen so wenig Angriffspunkte, daß ich mir schließlich an einer Stelle nicht anders zu helfen wußte, als dadurch, daß ich den Pickel hoch über mir mit Gewalt in ein Päckchen trieb und mich daran hinaufzog. Zu allem Überfluß bot sich uns dann vollauf Gelegenheit, die traurige Richtigkeit der Auffassung Vischers von der "Tücke des Objektes" zu bestätigen. Der Rucksack verhängt sich beim Abseilen gerade oberhalb der schwierigsten Stelle und alle Bemühungen, in prekärer Stellung denselben loszubringen, hatten nur den einen Erfolg, daß ein großes Loch in seinem Boden noch mehr erweitert wurde und ein vom Akademischen Alpenverin München für die Höfats gestiftetes Gipfelbuch plötzlich das hartnäckige Bestreben zeigte, auf diesem Wege das Weite zu suchen. Das waren dann böse Minuten gewesen, bis meine Gefährtin, die ohne jede Sicherung durch das Seil mit gewohntem Mute über das Band nachkletterte und mein gewagtes Manöver wiederholte, wieder alles in Ordnung gebracht hatte und wir endlich vereint auf dem Grate standen. Heute, unter besseren Verhältnissen, war das eine ganz andere Sache. In einer Viertelstunde waren wir oben, während wir im Vorjahre mehr als anderthalb Stunden benötigt hatten - das langsamste Vordringen, dessen ich mich, Eisarbeit nicht eingeschlossen, auf meinen Turen überhaupt erinnern kann.
Sowie man den Grat betritt, erschließt sich mit einem Schlage ein großartiger Blick in die Abstürze der Nordwand, die hart neben der Schneide von unheimlichen, weiten Kaminen durchrissen wird. Wir stehen an ihrem Rande, unvermittelt dringt das Auge in verschwimmende Tiefen, in ein Gewirre grausig wilder Schluchten, dann in die sonnenbeschienene Sohle des Oytales. Jenseits desselben aber grüßt freundlich das Nebelhorn-Haus herüber, mit freiem Auge sieht man den Turistenschwarm vor demselben umherwimmeln. Freunde sind unter ihnen, wir wissen es, die jetzt wohl besorgten Herzens zu uns herüberblicken, zu uns, die wir in heller Freude über unser Beginnen gern die Genüsse dort drüben missen und uns in unserer schwindeligen Höhe ebenso sicher und zehnmal glücklicher fühlen als die Menschlein drüben.

Nicht sattsehen konnte ich mich an dem Abgrunde zu unseren Füßen, dem sich nicht sehr viele vergleichen können an Steilheit und wilder Großartigkeit; aber die Zeit drängte. Der konstant steile und exponierte, aber eigentlich nirgends recht schwierige Grat gestattete ein schnelles Vorwärtskommen. Wo Schnee auf den schmalen Rasenpolstern lag, hatten der Fuß oderr die Pickelschaufel ihn rasch entfernt. Denjenigen, der die Allgäuer "Grastechnik" zum ersten Male kennen lernt und daher der Zuverlässigkeit der Schöpfe mißtraut, mag bei diesem luftigen Gange wohl ein Gefühl der Unsicherheit beschleichen und dieser Eindruck wird ihm den Grat schwieriger erscheinen lassen, als er ist. In Wahrheit haften die meisten Polster fest an den Felsen und gwähren guten Griff und Tritt. Selbstverständlich ist dennoch große Vorsicht am Platze, wenn ihnen auch der Wohlgeübte den Grad der Festigkeit durchwegs schon ansieht. Alles in allem genommen, treten erhebliche Schwierigkeiten, mit Ausnahme der Felswand, nur dann auf, wenn das Erdreich gefroren ist; auch die Gefahr ist in diesem Falle sehr bedeutend, weniger groß, aber durchaus nicht zu unterschätzen dann, wenn infolge starker Durchfeuchtung die Grasbüschel ihres Haltes beraubt sind. Fünfzig Meter unter dem Gipfel machten wir eine Schwenkung nach links und betraten die hier schon gut gangbare Nordwand; auf ihren steilen Hängen gelangten wir in die Scharte zwischen zweitem und Westgipfel und schließlich von der Südseite auf letzteren; der ganze Aufstieg über den Nordgrat hatte nur eine Stunde in Anspruch genommen.

Nachdem wir die erste Hälfte unseres Tagewerkes in wesentlich kürzerer Zeit hinter uns gebracht hatten, als wir ursprünglich gehofft, konnten wir uns schon einen ausgedehnteren Gipfelaufenthalt gestatten. Die Aussicht ist überaus eigenartig, besonders der Anblick der anderen Gipfel originell, aber man verlange keine nähere Beschreibung und Aufzählung dessen, was man sieht, von mir. Es gibt meinem Geschmacke nach nichts Schöneres, als auf einer hübsch luftigen, von der übrigen Welt möglichst abgeschnittenen Zinne im dolce-far-niente [5]zu liegen, sich von der Sonne bescheinen und niemand Rechenschaft darüber geben zu müssen, was man dabei gedacht und gesehen habe.
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Nordostgrat des Ostgipfels / Zeichnung von Ernst Platz im DÖAV-Jahrbuch v. 1896 Die liebe Sonne hatte die Güte, es zur Stunde noch recht gnädig mit uns zu meinen, wenn auch im Westen schon drohendes Gewölke aufstieg. Zum Schlusse erhielten wir noch turistischen Besuch, nach dessen Erscheinen wir uns alsbald empfahlen. Die Gratwanderung, Hügel auf Hügel ab, konnte beginnen. Mir ist im allgemeinen Gratkletterei nicht sehr sympatisch; denn man muß dabei noch viel mehr als auf die Felsen sein Augenmerk auf seinen äußeren Menschen richten, um durch diese natürlichen Stacheldrahtzäune nicht in einen ganz unzivilisierten Zustand versetzt zu werden. Aber die heutige macht wirklich eine Ausnahme, so interessant, unterhaltend und last not least instruktiv ist sie für denjenigen, der auf die Berge steigt, nicht nur um sie mit seiner Anwesenheit beehrt zu haben, sondern auch um sie wirklich kennen zu lernen. Kein Besucher des Westgipfels sollte den Gang zum zweiten Gipfel versäumen, der nur zehn Minuten in Anspruch nimmt; ein reicher Edelweißsegen wird die Mühe belohnen; außerdem erschließt sich hier schon einlehrreicher Blick in die gewaltige Tiefe des Roten Lochs und auf den eleganten Nordostgrat.

In noch höherem Maße muß das der Fall sein von dem in nächster Nähe winkenden Mittelgipfel; wir eilen also hinab zur Höfatsscharte, ums uns seinen Nordwestgrat näher anzusehen. Von der eben verlassenen Spitze aus scheint er einen geradezu imposanten Neigungswinkel zu besitzen, der jedoch immer mehr zusammenschrumpft, je näher man ihm auf den Leib rückt. "Nil admirari" [6] ist eine besonders für den Alpinisten nützliche Regel. Immerhin machte der dünnwandige und offenbar äußerst brüchige, von zwei mannshohen senkrechten Stufen unterbrochene Aufbau, der einsturzdrohenden Ruinen aufs Haar gleicht, auf uns einen ziemlichen Eindruck, so daß wir beschlossen, es sollte stets nur einer in Bewegung sein. Rechts und links fallen senkrechte, aber dennoch grasgesprenkelte Wände zur Tiefe. Die technischen Schwierigkeiten waren nicht sehr bedeutend, aber die Unzuverlässigkeit des Gesteins spottete wirklich jeder Beschreibung.—
Ganz oben setzt der Grat rechtwinklig mit einer mäßig hohen glatten Platte an das südliche Ende der wohl dreißig Meter langen und fast horizontalen Gipfelschneide an, die von Südwesten nach Nordosten zieht und an ihrem nördlichen Ende ein winziges Steinmännchen, das Wahrzeichen der ersten Ersteiger, trägt. Die außergewöhnliche Schärfe der Schneide, — die berühmte Phrase "messerscharf" ist leider in jüngster Zeit etwas in Mißkredit gekommen, sonst würde ich sie sicher hier anwenden —, lädt zu einem lustigen und luftigen Ritt förmlich ein. Nun stehen wir, oder besser gesagt, reiten wir im Mittelpunkte des ganzen Stockes auf der Warte, die den besten Überblick über die topographische Gestaltung des Berges gibt und auch in ihrem eigenen Aufbau den eigenartigen Charakter desselben am vollendetsten an sich trägt. Wie schade, daß sie so gar keine Höflichkeit gegen ihre Besucher kennt und dieselben zwingt, mit Rücksicht auf den mehr als unbequemen Sitz nach kurzem Aufenthalt ihr Adieu zu sagen!
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Nun mußte das große Fragezeichen der Tur an die Reihe kommen; wir wußten, daß unsere Vorgänger, die den Gratübergang in umgekehrter Richtung gemacht hatten, sich über das untere Stück des Nordostgrates des Ostgipfels abgeseilt hatten, und es war sehr fraglich, ob die Bezwingung des Grates aufwärts ein einfaches Stück wäre. Bösartig genug sieht der vor uns aufragende, über dreißig Meter hohe Turm aus und wir nähern un ihm in begreiflicher Spannung. Ein bei der Exponiertheit des Terrains mit peinlicher Vorsicht bewerkstelligter Abstieg brachte uns in die Scharte, auf der mein Bruder sich im Reitsitz niederließ und das Seil versicherte. Von dieser Scharte fällt die Nordwand direkt in einem ganz kolossalen, ununterbrochenen Überhang viele hundert Meter tief ins Rote Loch. Der Grat selbst erhebt sich mit einigen senkrechten Stufen, die zwar zu überklettern sind; ich zog es aber als interessanter und technisch leichter, wenn auch gefährlicher, vor, die senkrechten Absätze in der Nordwand zum umgehen. Freund Platz hatte mir viel von dieser in ihrer Eigenart etwas ungemütlichen Stelle erzählt und ich sah nun seine Schilderung bestätigt. In die Wand hinaus führt einige Meter oberhalb der Scharte ein kaum handbreites, anfänglich ein wenig absteigendes Grasband , das ich mit dem Pickel vom Schnee befreite und dann bis an sein Ende beschritt. Die Stelle ist exponiert wie wenige, die ich kenne; ein Felsstück, das ich in der Mitte des Bandes aus der brüchigen Felswand riß, mit ausgestrecktem Arme hinter mich hielt und dann fallen ließ, stürzte, ohne aufzuschlagen, bis ins Rote Loch, so daß erst nach vielen Sekunden das Geräusch des Aufschlages an unser Ohr drang. Eine nicht lange, aber nahezu senkrechte Graswand, die mit Hilfe des eingehackten Eisbeiles in aller Vorsicht erklommen wurde, führte mich dann wieder auf den Grat empor, den ich schon oberhalb der Abbrüche erreichte. Mein Bruder umging diese in der südlichen Flanke, nahe der Graskante, was auch technisch die leichteste Art der Überwindung sein dürfte. Rasch klommen wir über das letzte, unschwierige Stück hinan und betraten den in seiner Form dem Westgipfel auffallend ähnlichen Ostgipfel.

Seilschaft an der Höfats um ca. 1900 Es dürfte aus meiner Schilderung hervorgehen, daß der Gratübergang über die vier Spitzen, zu dem wir (ohne die Gipfelaufenthalte) eine Stunde fünf Minuten benötigt hatten, nicht gerade sehr schwierig zu nennen ist. Er eignet sich aber durchaus nicht für ängstliche Gemüter und noch weniger für Anfänger; denn was er zur gefahrlosen Durchführung der Tur fordert, ist etwas, was ich höher schätze als leicht zu erwerbende Kletterfertigkeit, nämlich völlige Sicherheit des Fußes und Vertrautheit mit der Behandlung lockeren und nachgiebigen Terrains, Eigenschaften, die man bei bekannten und unbekannten, Turisten nicht allzuoft findet. — Den Abstieg nahmen wir, statt zuerst zur Ostkante abzuweichen, aus Versehen von Anfang an direkt über den Südostgrat, der sich unvermutet zu einer scharf abfallenden, plattengepanzerten Schneide zusammenschnürt. Nochmals zum Gipfel zurückzukehren, waren wir zu bequem; indem wir die Schneide unter den Arm nahmen und auf den glatten Platten hinunterrutschten — eine ungemein praktische, wenn auch durchaus nicht elegante Methode —, hatten wir die schlechten Stellen bald überwunden. Dank einem lustigen Galopp über die, zum Laufen wie geschaffenen, weichen und elastischen Rasenpolster der mittleren und unteren Partien des edelweißbesäten Grates erreichten wir schon nach vierzig Minuten das Älpele. Wir hatten ursprünglich vor, zum Roten Loch hinüberzutraversieren und durch dasselbe wieder zum zweiten Gipfel anzusteigen; den heftigen Streit zwischen "Pflicht" und Bequemlichkeit entschied ein plötzlich einfallender Gewitterregen, der einen willkommenen Anlaß bot, diesen Vorsatz ohne nachfolgende Gewissensbisse aufzugeben.
Über Gerstruben wanderte ich hinaus nach Oberstdorf mit dem befriedigenden Bewußtsein, eine schon lange unangenehm empfundene Lücke in meiner Kenntnis der Höfats ausgefüllt zu haben.
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Die Höfats ist der einzige Berg, den ich alljährlich besucht haben muß, wenn ich am Schlusse des Jahres beim Durchlesen meines Turenbuches ganz befriedigt sein soll. Sie ist eben, was ich eine Individualität, einen Charakter nennen möchte, und das Eigenartige, Charaktervolle zieht uns ja immer wieder von neuem an. Als mir daher in der letzten Septemberwoche des Jahres 1895 beträchtlicher Neuschnee ad oculos demonstrierte, daß die Saison eigentlich schon zu Ende sei, fand ich, daß es höchste Zeit war, der Höfats meinen Pflichtbesuch abzustatten. Die Wünsche der Herren J. Bachschmied [8], E. Christa [9], A. Weixler [10], die gleich mir eifrige Höfatsanhänger sind, die meines Bruders Ernst und die meinigen trafen sich darum in rührender Einigkeit, als der Name Höfats fiel. Meine Freude und auch mein Erstaunen wurde noch viel größer, als mir die beiden ersten Herren im Vertrauen verrieten, daß sie einen sehr eleganten neuen Weg auf die Höfats ausgeheckt und vor einigen Wochen auch probiert hätten; in der Mitte sei derselbe freilich sehr unangenehm geworden. Mein Gesicht mußte allerdings etwas länger geworden sein, als ich hörte, daß mir nie der Gedanke an einen Aufstieg von dieser Seite gekommen war, und wer diese scheinbar nur äußerst spärlich mit Gras durchsetzte, wie eine Riesenschiefertafel aufgerichtete Plattenwand in ihrer imponirenden Höhe und Steilheit gesehen hat, wird das begreiflich finden. "Nil admirari — — —"; meinen wackeren Gefährten fällt das Verdienst zu, frisch und mutig wenigstens "probiert" zu haben; und auch jetzt wußten sie die Schleusen ihrer Beredsamkeit so sehr zu öffnen, daß ich nach einigem Zögern mich einverstanden erklärte, bei einem erneuten Versuche mitzuwirken.

Unsere Bequemlichkeit, und ich fürchte fast: speziell die meinige, war wieder einmal so groß, daß ich nach dem Aufbruch von Oberstdorf vorschlug, als Nachtquartier die nur anderthalb Stunden entfernte Gerstrubener Alm zu wählen und, da meinen Gefährten auch der ihnen unbekannte Nordgrat am Herzen lag, vorerst eine Wiederholung meiner Wanderung vom letzten Jahr vorzunehmen; vom Ostgipfel wollten wir dann versuchen, die Südostwand im Abstieg zu bezwingen.
Da sämtliche Teilnehmer tüchtige und wohlerfahrene "Grassteiger" waren — wie bei diesem Worte so mancher Dolomitenkletterer lächeln wird, der in seiner Unkenntnis mit souveräner Verachtung auf die Nördlichen Kalkalpen und gar auf einen "Grasberg" sehen zu müssen glaubt! — , so kamen wir am nächsten Tage (7. Oktober 1895) ungemein rasch vorwärts. Nach wenig über drei Stunden hatten wir den Westgipfel erreicht, der Gratübergang zum Ostgipfel nahm nur fünfzig Minuten in Anspruch. Diesmal wurde der Turm des Ostgipfels auf der Gratschneide erklettert und nicht in die Nordwand ausgebogen.
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In den Wänden über dem Roten Loch / Zeichnung von Ernst Platz im DÖAV-Jahrbuch v. 1896 Es war zwölf Uhr, als wir, in zwei Partien aneinandergeseilt, den Ostgipfel verließen. Über plattiges Terrain mit spärlichen Grasschöpfen kletterten wir hinab, indem wir uns dabei stets in der Nähe der Ostkante hielten. Die Sache ließ sich vorderhand recht gut an und wir kamen rasch tiefer. Aber schon von weitem sahen wir, daß die schiefe Fläche, auf der wir uns bewegten, weiter unten eigentümlich abschnitt und in der Luft endete, für den Kundigen ein deutliches Zeichen, daß ein gewaltiger Abfall die bisherige gleichmäßige Neigung unterbrach. Die Ostkante bildete ganz in die Nähe des Abfalls einen balkonartigen Kopf, auf den wir hinaustraten. Was wir hier sahen, war wohl geeignet, uns alle gleichzeitig zum Schütteln der Köpfe zu veranlassen. In teils senkrecht, teils überhängend gewölbten Platten bricht die Südostwand in ihrer vollen Breite ab, um über hundert Meter tiefer wieder in gangbares Terrain überzugehen. Bis in die Nähe dieses Plattengürtels, in gleiche Höhe mit dem markanten, überhängenden Zahn in der Ostkante, waren Christa und Bachschmied bei ihrem ersten Versuche von unten gekommen. Daß hier nichts zu machen sei, sagte der erste Blick. Es blieb ein Ausweg, aber ich scheute mich einige Zeit, ihn meinen Gefährten gegenüber zu befürworten. Was uns auf der Nordseite, in den gewaltigen Wänden über dem Roten Loch, entgegengähnte, war ein Anblick, der verlockend und abschreckend zu gleicher Zeit wirkte.

Ein bekannter Turist schrieb mir einst: "Die Höfats ist der eleganteste Berg, den ich kenne, aber sie ist eben doch nur ein fader Grasmugel, freilich bester Sorte." Jeder Kenner der Höfats wird den ersten Teil dieser Behauptung mit Vergnügen unterschreiben, gegen den zweiten wird er energisch protestieren, den dritten, und zwar allerbeste Sorte, hatten wir vor uns. Keinem von uns, die wir doch alle bereits manchen Strauß mit Grashalmen hinter uns hatten, war derartiges schon zu Gesicht gekommen: eine von oben gesehen zusammenhängende Graswand, eine Wand in des Wortes verwegenster Bedeutung, hundert Meter hoch, im Durchschnitt sicher fünfundsiebzig Grad geneigt, mit den letzten Resten wässerigen Neuschnees bedeckt, wo ein Schopf eine ebene Oberfläche bot; an ihrem Ende die ominöse, abbrechende Linie, darunter Luft, viel Luft — ein dreihundert Meter hoher Überhang in das Rote Loch. Rechts von ihrem Ende leitete ein weniger geneigter Hang zur Ostkante zurück und gestattete den erneuten Übertritt auf die Südostwand.

Technisch sehr schwer war die Wand ersichtlich nicht, aber ungewöhnlich gefährlich. Sie war offenbar der schärfste Gegensatz zum Dolomitklettern; die Arme hatten auf diesem trügerischen Terrain wenig zu tun, kaltes Blut und eisenfeste Knie waren die Hauptsache. Ein unbeteiligter Zuschauer hätte bei unserem Anblicke wohl herzlich gelacht. Mit sorgenden Mienen mustereten wir uns gegenseitig; der eine faßte bedenklich seine Nase an, der andere kraute sich hinter den Ohren, ein dritter zupfte an seinem imaginären Schnurrbart. "Da unten geht es weiter", meinte ich. Die Bemerkung war wenig geistreich, denn das sah jeder selbst. Keiner wollte recht daran, keine auch zurück. Meine Gefährten überließen mir schließlich die Entscheidung. Ich explizierte unserer kleinen Armee einen Schlachtenplan, an dessen Ausführung wir sofort schritten. Wir seilten uns alle fünf an die zusammengeknüpften Seile; auf diese Weise hatte jeder einen Spielraum von über acht Metern. Der Erste, Dritte und Letzte sollten stets gleichzeitig in Bewegung sein, während die anderen stehen blieben, das Seil straff gespannt halten und durch Einschlagen des Eisbeiles sich verankern sollten; ebenso umgekehrt. So war ein Unglücksfall auch bei dem Sturze von eine oder zwei Teilnehmern ausgeschlossen, wenn nur der Letzte nicht fiel. In diesem Fall wäre allerdings eine gemeinschaftliche Katastrophe fast unvermeidlich gewesen. Langsam, sehr langsam waren natürlich die Fortschritte, die wir bei dieser umständlichen Methode machten. Das Gras war hie und da, was man von oben nicht bemerken konnte, von senkrechten, brüchigen Felsen durchbrochen, die uns zu manchen Zickzackbewegungen nötigten. Das Bild von Freund Platz versinnlicht in größter Naturgetreue den Charakter der Wand und unser Verfahren. Ergreifend war der Blick nach links auf die Riesenwände, welche der Ost-, Mittel- und zweite Gipfel in das Rote Loch entsenden, so daß unsere Augen trotz der ersichtlich gefährlichen Situation immer wieder wie gebannt zu dem großartigen Bilde sich wandten.
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Südostwand der Höfats / Zeichnung von Ernst Platz im DÖAV-Jahrbuch v. 1896 Fünf Viertelstunden waren verflossen, seit wir die Graslahne betreten hatten, da setzte Christa als erster den Fuß auf den relativ sicheren Boden des Hanges, der uns zur Südostwand zurückleiten sollte. Bald waren auch die anderen nachgekommen; jeder freute sich baß und sah mit geheimem Schmunzeln empor zu der in unglaublicher Steilheit sich aufbäumenden Wand, die hinter uns lag. Da — ein Schrei meines Bruders: "Herrgott, mein Rucksack ist noch oben!" Der Unglückselige hatte ihn bei den verschiedenen Seilmanipulationen auf dem vorspringenden Kopfe des Ostgrates abgelegt und war dann frisch, fröhlich und frei von jeder Last über die Wand herabspaziert. Das Wetter sah nicht gut aus; wenn Regen eintrat, dann verschwand der Rucksack von seiner exponierten Ruhestätte sicher auf Nimmerwiedersehen. Es war noch dazu der meinige, der infolge der vielen Dolomitenfahrten, die er erlebt, für mich einen sehr großen Wert hatte. Leicht erklärlich, daß ich meinem Herzen durch entsprechende, sehr deutliche Reden Luft machte; selbst die mit großem Ernst von einem der Teilnehmer aufgeworfende Frage, deren Beantwortung ich übrigens alpinen Kritikern überlasse, "ob das Verhalten des Schuldigen auf Leichtsinn oder Unerfahrenheit oder gar auf beides zurückzuführen sei", vermochte mich vorderhand nicht zu besänftigen. Schließlich blieb doch nichts übrig, als das gefährliche Stückchen nochmals zur unternehmen. Der Aufstieg ging noch leidlich von statten, mit einem freudigen Juchzer warf ich den geliebten Ausrüstungsgegenstand auf den Rücken und dann wieder schleunigst hinab! Durch die große Gesellschaft waren die feuchten Schöpfe vielfach in den Wurzeln gelöst und ihres Haltes beraubt, so daß der Abstieg eine recht heikle Sache wurde; hätte ich meinen kurzen Pickel nicht in Vorausahnung des Kommenden mit Bachschmieds riesenlanger Hellebarde [11] vertauscht, als ich meinen Rucksackexpedition antrat, so wäre diese jedenfalls sehr unangenehm geworden. Meine Gefährten, die ich nach einer halben Stunde wieder einholte, warteten unterdessen am Fuße des überhängenden Zahnes in der Ostkante auf mich. Nunmehr übernahmen Bachschmied und Christa als Kenner des Weges die Führung. Auf schmalen Rasenbändern über die glatten Platten hinweggaukelnd, wandten wir uns in einer großen Schleife abwärts gegen die Mitte der Wand; das Terrain ist noch immer nicht leicht und erfordert viel Achtsamkeit. Als wir auf tiefe, glatte Rinnen stießen, änderten wir wiederum die Richtung und gelangten schließlich in der innersten nördlichen Ecke der Wand, in der Nähe der Ostkante, auf den sicheren Geröllboden. Der Abstieg über die vierhundert Meter hohe Wand hatte drei Stunden in Anspruch genommen.
Wenn ich die hier beschriebene Route jenen empfehle, die auf Gras vollste Sicherheit besitzen, so geschieht es, weil sie die Elitetur unter allen ganz reinen Grasturen ist und in dieser Art in den Alpen schwerlich ihresgleichen findet.
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Bemerkungen:
Online-Veröffentlichung der Erzählung "Zwei Überschreitungen der Höfats" aus dem Buch von Josef Enzensperger "Ein Bergsteigerleben" (1924), basierend auf dem ursprünglichen Beitrag in der Zeitschrift des Deutschen und Östereichischen Alpenvereins (1896).
Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzbau sind im originalen Zustand belassen worden. Bei den Originalskizzen handelt es sich um die in der Zeitschrift vom DÖAV veröffentlichten echten Zeitdokumente aus jener Zeit. Ergänzend wurden historische Ansichtskarten mit Höfatsmotiven in die Erzählung eingebaut, die jedoch nicht Gegenstand der Originalliteratur waren.
Zum besseren Verständnis einiger von Enzensperger benutzter und im heutigen Sprachgebrauch weithin unbekannter Ausdrücke wurden gesonderte Fußnoten angebracht (Fußnoten werden auch beim Überfahren mit der Maus angezeigt) bzw. am Ende der Erzählung in einem Glossar zusammengefasst.

Zusätzlicher Hinweis: Die Aufarbeitung bzw. Bereitstellung dieses Dokumentes ist im Sinne der Verfügbarmachung eines alpinhistorischen literarischen Werkes zu verstehen. Die Tourenbeschreibung ersetzt keinesfalls aktuelle Bergführerliteratur.
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Glossar:
[1] instruktiv: instruktiv [lateinisch-französisch], lehrreich, aufschlussreich -->zurück
[2] Lahne: f. im bairischen Sprachgebiete der lichte baumlose Streifen, der sich an einem Berge von oben nach unten zieht, Erdabrutschung (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm) -->zurück
[3] Jähe: oder jäh (mhd. gœhe, d. i. schnell, plötzlich) bezeichnet ursprünglich das, was mit heftiger Schnelligkeit und unerwartet geschieht, dann eine plötzliche abfallende abschüssige Fläche, auf der ein Körper schnell hinabgleitet, im Gegensatz zur allmählichen Abdachung (Quelle: Johann August Eberhards Synonymisches Handwörterbuch) -->zurück
[4] Aper: (althochdeutsch: abar) bedeutet: schneefrei, ohne Schnee, als Gegenteil von schneebedeckt (Quelle: wikipedia.de) -->zurück
[5] dolce-far-niente: (ital.) das süße Nichtstun -->zurück
[6] Nil admirari: [lat.] "nichts bewundern oder nichts anstaunen", die angebliche Antwort des Pythagoras, als ihn jemand fragte, was er durch sein Nachdenken erringe. Das "nichts bewundern" wird im Sinne von "sich nicht überraschen lassen", "nicht zuviel erwarten" verwendet. Der komplette Text lautet: Nil admirari prope res est una, Numici, solaque, quae possit facere et servare beatum (= Nichts anstaunen: dies ist das einzige, mein Numicius, das allein kann glücklich machen und erhalten)-->zurück
[7] ad oculos:[lateinisch], vor Augen; ad oculos demonstrieren, vor Augen führen, durch Anschauungsmaterial oder Ähnliches beweisen -->zurück
[8] Julius Bachschmied: (1863-1917) Pionier der Allgäuer Bergsteigergeschichte, fest verbunden mit der Geschichte der DAV-Sektion Kaufbeuren-Gablonz -->zurück
[9] Emanuel Christa: (1874-1948) Mitakteur im Tannheimer Tal zusammen mit J. Bachschmied. Er hat als erster den Turm im Wilden Kaiser bestiegen, der seinen Namen trägt -->zurück
[10] August Weixler:Brauereibesitzer aus Kempten, Mitakteur im Tannheimer Tal zusammen mit J. Bachschmied -->zurück
[11] Hellebarde: im Mittelalter Stoß- und Hiebwaffe des Fußvolks mit etwa 2 m langem Holzschaft; an der Spitze eine Stoßklinge und ein Beil (Barte) mit Haken, der dazu diente, feindliche Reiter vom Pferd zu reißen. -->zurück

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