Bei der Recherche zu seinem Buch „Die Wilden Frauen“ über die Frauengestalten der alpenländischen Sagen, stieß der Autor Thomas Niehörster wiederholt auf Begriffe wie die Percht, die „armen Seelen“ oder das „Wilde Heer“, das „Muetesheer“ in der Allgäuer Mundsprache. Da das Wilde Heer und seine Gesellen mit den Wilden Frauen, den Saligen, wie sie auch genannt werden, nur wenige Berührungspunkte haben, entschloss er sich, zu diesem Themenkreis ein eigenes Buch herauszugeben, das nun als 2. Band der geplanten Trilogie über die alpenländischen Sagengestalten im Ursus Verlag erschienen ist.

Wotans – Odins – wilde Jagd aus dem nordischen Sagenkreis ist vielen Lesern ein Begriff. Niehörster interessierten jedoch vielmehr die Erscheinungsformen und die damit verbundenen Bräuche im Alpenraum. Es ging ihm dabei nicht darum, ein wissenschaftliches Werk zu verfassen, sondern ein Handbuch für Interessierte, die sich vielleicht zum ersten Mal mit diesem Thema befassen. Aber auch Kenner des Themas werden viel Neues erfahren, da Niehörster die Grenzen in die benachbarten Alpenländer überschritten hat und dort auf völlig andere Erscheinungsformen des Wilden Heeres gestoßen ist – wie den Zug der „armen Seelen“: Ein Heer verlorener Seelen, das nicht mit Sturmgebraus und Gebell der hetzenden Hunde daherkam, sondern mit lieblicher Musik.

Der Autor vertieft sein Thema mit Hinweisen auf Zitate in der Literatur, in der Musik, gar in modernen Computerspielen. Weitere Kapitel sind der Percht und den Bräuchen der Rauhnächte und alten Traditionen wie dem „Windfüttern“ gewidmet, das die rauen Gesellen besänftigen sollte. Ein Namenverzeichnis zeigt, in wie vielen alpenländischen Sprachen das Wilde Heer mit seinen weiteren Sagengestalten bekannt ist.