"Der Lechweg" von Christel Blankenstein

Das Buch "Der Lechweg: Von der Quelle bis nach Füssen" von Christel Blankenstein ist 2012 im Verlag Berg & Tal erschienen.

Nicht zuletzt dank Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg“ erfuhr das Weitwandern in den letzten Jahren einen immensen Aufschwung. Das Wandern über mehrere Tage von Ort zu Ort ist beliebter denn je, denn es bietet die Möglichkeit, sich dem allzu hektischen Alltag zu entziehen und den Weg zu sich selbst zu finden. Im Alpenraum verbinden Weitwanderwege in der Regel Alpenvereinshütten und führen über Gipfel und Jöcher, die oft dem erfahrenen Bergwanderer vorbehalten sind. Im Jahr 2012 wurde jedoch ein Weitwanderweg eröffnet, der durch eine der beeindruckendsten Alpenlandschaften überhaupt führt und dennoch nur geringe gehtechnische Ansprüche stellt: der Lechweg. Die acht Etappen dieses Weitwanderweges verbinden den Formarinsee bei Lech, in dessen Nähe der Lech entspringt, mit dem Lechfall bei Füssen und verläuft durch eine der letzten intakten Wildflusslandschaften der Alpen. Um allen Interessierten diesen Fernwanderweg näherzubringen, hat Christel Blankenstein das Buch „Der Lechweg“ veröffentlicht.

Das Buch beginnt mit einigen informativen Hinweisen zum Lechweg. Die Autorin erklärt unter anderem die Wegmarkierung und erläutert die Schwierigkeiten, die den Wanderer auf dem Lechweg erwarten. Anschließend beschreibt Christel Blankenstein in zwei Kapiteln Wissenswertes über den Lech, über den Naturpark „Tiroler Lech“ sowie über Fauna und Flora. Außerdem geht sie ausführlich auf die Geschichte des Lechtals von der Steinzeit bis heute ein. Die jeweiligen Kapitel zu den acht Etappen sind identisch aufgebaut: Zunächst sind in einer Art Steckbrief grundlegende Informationen zum Startpunkt, zur Verkehrsanbindung, zur Gehzeit, zum Charakter der Etappe sowie zu Einkehr- und Bademöglichkeiten unterwegs geschildert. Es folgt eine sehr detaillierte Beschreibung des Wegverlaufes, in der wichtige Wegpunkte fettgedruckt und rot unterstrichen hervorgehoben werden. Die Wegbeschreibung erfolgt sowohl in Gehrichtung vom Formarinsee zum Lechfall als auch in der Gegenrichtung, wobei letztere etwas knapper gefasst ist. Außerdem geht die Autorin ausführlich auf Sehens- und Wissenswertes am Wegesrand ein. Führt der Weg an Museen vorbei, bekommt der Leser Hinweise zu Öffnungszeiten, oft auch Kontaktdaten. Des Weiteren werden Alternativrouten und Extra-Touren vorgestellt, auf denen ambitionierte Wanderer zusätzlich die zahlreichen Seitentäler des Lechs erkunden können. Abgerundet werden alle Etappenbeschreibungen durch ein Höhenprofil, eine Übersichtskarte sowie durch zahlreiche Fotos. Den Etappenbeschreibungen folgt ein Serviceteil, in dem Christel Blankenstein Übernachtungsmöglichkeiten entlang des Lechwegs auflistet sowie Anreisemöglichkeiten darstellt. Abschließend nennt die Autorin Apotheken, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten am Wegesrand und weist auf Ausrüstung und Wetter hin.

Fazit: Christel Blankensteins Buch „Der Lechweg“ richtet sich an Wanderer, die sich über den Lechweg informieren möchten. Die Etappen sind sehr ausführlich beschrieben. Für Bergfreunde wird oft auch auf Gipfel hingewiesen, die vom Lechweg aus zu sehen sind, wobei einige der Bezeichnungen falsch sind. Die Kartenausschnitte zu den einzelnen Etappen geben grundsätzlich den Verlauf des Weges gut wieder, ersetzen jedoch keine Wanderkarte, da der gewählte Maßstab keine Details schildert. Die Kapitel werden durch zahlreiche Fotos ausgeschmückt, allerdings sei darauf hingewiesen, dass „Der Lechweg“ kein Bildband ist, der mit großformatigen Landschaftsbildern aufwartet. Insgesamt dient das Buch jedem Lechweg-Begeher als wertvoller Ratgeber. Praktisch ist, dass das Buch in jede Rucksacktasche passt.

2012, Verlag Berg & Tal München, ISBN 978-3939499374, 128 Seiten, € 14,90
Für weitere Informationen: Verlag Berg & Tal München


Buchbesprechung vom 15.07.2013 © Chris vom Alpic.net/forum