"Außerfern – Sagen und Mythen entdecken"

Der Wanderführer "Außerfern – Sagen und Mythen entdecken" von Daniela Deutsch & Christine Zucchelli ist im Tyrolia Verlag Innsbruck erschienen.

Klappentext:
Klappentext: 30 Vorschläge für Wander- und Bergtouren laden ein, die schönsten Schauplätze Außerferner Sagen und Mythen zu entdecken. Auf großteils leichten bis mittelschweren Wegen führt die Spurensuche durch die abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft der vier Außerferner Ferienregionen und erkundet dabei die geheimnisvolle Welt von Saligen, Hexen, Bützen und Geisterhunden.

Inhalt:
Noch nie etwas vom Butz gehört? Der Bluatschink ist Dir fremd? Und warum drei Tannen das Reuttener Wappen zieren, weißt Du auch nicht? Dann können Daniela Deutsch und Christine Zucchelli weiterhelfen. Kurz vor Beginn der Bergwandersaison 2011 veröffentlichen die beiden ihren Wanderführer „Außerfern – Sagen und Mythen entdecken“, der in der Reihe „Erlebnis-Wandern!“ des Tyrolia-Verlags erscheint. Darin stellen die Autorinnen nicht nur 30 Wanderungen im Außerfern vor, sondern sie erzählen dazu jeweils auch allerlei Sagen, deren Schauplätze am Wegesrand liegen.

Das Buch beginnt mit einigen obligatorischen Hinweisen zur Benutzung des Wanderführers. Die Wanderungen sind – wie so oft – in die drei Schwierigkeitsgrade einfach, mittel und schwierig eingeteilt. Des Weiteren findet der Leser Tipps zur Ausrüstung und zum Verhalten im Notfall sowie wichtige Adressen und Telefonnummern. Die Wanderungen sind in vier verschiedene Regionen eingeordnet: Naturparkregion Reutte, Tannheimer Tal/Jungholz, Naturpark Lechtal und Tiroler Zugspitz-Arena. Unter dem Titel der jeweiligen Wanderung findet der Leser den Titel der dazu passenden Sage. Neben der farblichen Markierung des Schwierigkeitsgrades zeigt ein Wanderprofil die markantesten Punkte, die Gehzeiten und die Höhenunterschiede. Außerdem findet man Informationen zu Ausgangspunkt, Wegbeschaffenheit und Einkehrmöglichkeiten. Oft wird auch angegeben, ob die Wege für einen Kinderwagen geeignet sind oder mit dem Mountainbike befahren werden können. Die Beschreibung des Wegverlaufes ist sehr lebendig gestaltet. Gelegentlich wird darin schon auf Sagen aufmerksam gemacht. Die eigentlichen Sagen sind optisch durch einen roten Kasten mit gelber Füllung hervorgehoben. In der rechten unteren Ecke befindet sich ein sitzender Zwerg. Ferner ergänzen die Autorinnen viele ihrer vorgestellten Wanderungen mit weiteren interessanten Informationen und Themen, so zum Beispiel zu Alpenblumen, zum Vilsalpsee und zum Lech. Abgerundet wird jede Tour durch einen Kartenausschnitt und Fotos.

Fazit:
Das Buch richtet sich in zweierlei Hinsicht vor allem an Familien: Einerseits handelt es sich bei den vorgestellten Wanderungen überwiegend um einfache Touren, die für (fast) jedermann – insbesondere auch für Kinder – geeignet sind. Einzig bei der Tour von der Zugspitze zur Ehrwalder Alm handelt es sich um eine richtige Bergwanderung. Insofern sind die Kategorien der Schwierigkeitsgrade teilweise fragwürdig. So wird die Wanderung von Holzgau zum Café Uta und über Schiggen zurück als mittelschwer eingestuft. In Wirklichkeit handelt es sich eher um eine einfache Talwanderung. Andererseits werden die Touren gerade für Kinder dadurch interessant, dass sie zu den Orten führen, an denen die Sagen spielen. Manchmal sind sogar angebliche Spuren der Geschehnisse aus den Sagen zu entdecken. So sieht man angeblich am Teufelsstein bei Hinterhornbach den Fußandruck des Teufels. Wenn dann noch ein Erwachsener dabei ist, der unterwegs die Sagen spannend und glaubwürdig erzählt, werden die Wanderungen für Kinder zum Vergnügen. Etwas unglücklich ist die Wahl der Touren „Zum Schwarzwasser“ und „Die Sieglseen im Schwarzwassertal“, da die eine Wanderung Teil der anderen ist. Sinnvoller wäre es hier gewesen, die Tour „Zum Schwarzwasser“ zu streichen und stattdessen eine andere Wanderung vorzustellen. Insgesamt ist aber festzuhalten, dass die Lektüre des Wanderführers großen Spaß macht und zur Durchführung der Touren motiviert. Zugegeben – die eine oder andere Sage regt schon zum Schmunzeln an, gerade dann, wenn es um Geister oder andere merkwürdige Wesen geht, die im Außerfern angeblich ihr Unwesen treiben. Aber oft ist an den Geschichten auch etwas Wahres dran, denn einige beziehen sich auf historische Ereignisse. Man mag über die Sagen denken, was man will: Allen gemeinsam ist, dass sie Teil der Außerferner Tradition sind, und wer sich dafür interessiert und die Schauplätze der Mythen erkunden möchte, dem ist das Buch sehr zu empfehlen. Übrigens: Bei der Beantwortung der Frage, warum drei Tannen das Reuttener Wappen zieren, hilft auch Wikipedia nicht weiter. Die Erklärung dort ist nämlich falsch.

Für weitere Informationen: Tyrolia-Verlag


Buchbesprechung vom 12.04.2011 © Christian Dietz