"Bernd Ritschel: Der andere Horizont"

Das Buch "Der andere Horizont" von Bernd Ritschel ist im Tyrolia-Verlag erschienen.

Warum gehst Du eigentlich gerne in die Berge?" Ihr kennt das sicherlich: Etliche Freunde, Bekannte und Verwandte haben uns diese Frage bereits gestellt. Und vielleicht haben wir uns auch schon selbst gefragt, warum wir in die Berge gehen - womöglich gerade dann, wenn man noch einige hundert Höhenmeter bis zum Gipfel oder der nächsten Hütte vor sich hat und die sengende Sonne einem so manchen Schweißtropfen abverlangt. Jeder, der in den Bergen unterwegs ist, mag auf diese Frage anders eingehen, aber häufig heißt es, dass uns die Berge Kraft und Inspiration geben.

"Kraft und Inspiration aus den Bergen" – genau das ist der Untertitel von Bernd Ritschels Buch "Der andere Horizont". Bernd Ritschel, Jahrgang 1963, ist Fotograph und hat auf seinen Reisen fast alle Gebirge der Welt gesehen. "Der andere Horizont" ist kein klassisches "Bergbuch", in dem Touren zu kühnen Gipfeln vorgestellt werden oder bekannte Alpinisten von ihren waghalsigen Erlebnissen berichten. Im Grunde genommen ist Ritschels Buch eher schlicht: Es beinhaltet Weisheiten kombiniert mit Bergfotos. Aber gerade diese Schlichtheit gibt dem kleinen Buch seine wahre Größe. Neben Fotos, die überwiegend aus den Tiroler Bergen stammen, erwarten den Leser eine ganze Reihe von Antworten zu der eingangs gestellten Frage. So hat der Autor Weisheiten u.a. von Reinhard Karl (deutscher Alpinist), Anselm Grün (Benediktinerpater) und Evelyne Binsack (Schweizer Bergführerin) mit passenden Fotos kombiniert, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen und dadurch die Schönheit der Bergwelt hervorheben.

Gerade für Tage, an denen der Alltag einen mitreißt und man sich wünscht, in den Bergen zu sein, um Ruhe zu finden, ist dieses Buch eine Wohltat. Man hat die rund 40 Seiten relativ schnell durchgeblättert und gelesen, und nach dem Verinnerlichen der Texte und dem Betrachten der Fotos hat man das Gefühl, für einen kurzen Moment die Magie der Berge zu fühlen, obwohl sie doch so weit weg sind. Jedem Bergfreund wird das Buch aus der Seele sprechen – und jedem, der uns Bergfreunde nicht verstehen kann, liefert dieses Buch Argumente, die Berge mit anderen Augen zu sehen. "Der andere Horizont" ist wohl eines der kleinsten Bücher, die in meinem Regal stehen, aber es ist mit Sicherheit eines der wertvollsten.

2011, Tyrolia-Verlag, ISBN 978-3-7022-3139-2, 48 Seiten, 9,95 €
Für weitere Informationen: Tyrolia-Verlag


Buchbesprechung vom 10.07.2011 © Christian Dietz


"Außerfern – Sagen und Mythen entdecken"

Der Wanderführer "Außerfern – Sagen und Mythen entdecken" von Daniela Deutsch & Christine Zucchelli ist im Tyrolia Verlag Innsbruck erschienen.

Klappentext:
Klappentext: 30 Vorschläge für Wander- und Bergtouren laden ein, die schönsten Schauplätze Außerferner Sagen und Mythen zu entdecken. Auf großteils leichten bis mittelschweren Wegen führt die Spurensuche durch die abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft der vier Außerferner Ferienregionen und erkundet dabei die geheimnisvolle Welt von Saligen, Hexen, Bützen und Geisterhunden.

Inhalt:
Noch nie etwas vom Butz gehört? Der Bluatschink ist Dir fremd? Und warum drei Tannen das Reuttener Wappen zieren, weißt Du auch nicht? Dann können Daniela Deutsch und Christine Zucchelli weiterhelfen. Kurz vor Beginn der Bergwandersaison 2011 veröffentlichen die beiden ihren Wanderführer „Außerfern – Sagen und Mythen entdecken“, der in der Reihe „Erlebnis-Wandern!“ des Tyrolia-Verlags erscheint. Darin stellen die Autorinnen nicht nur 30 Wanderungen im Außerfern vor, sondern sie erzählen dazu jeweils auch allerlei Sagen, deren Schauplätze am Wegesrand liegen.

Das Buch beginnt mit einigen obligatorischen Hinweisen zur Benutzung des Wanderführers. Die Wanderungen sind – wie so oft – in die drei Schwierigkeitsgrade einfach, mittel und schwierig eingeteilt. Des Weiteren findet der Leser Tipps zur Ausrüstung und zum Verhalten im Notfall sowie wichtige Adressen und Telefonnummern. Die Wanderungen sind in vier verschiedene Regionen eingeordnet: Naturparkregion Reutte, Tannheimer Tal/Jungholz, Naturpark Lechtal und Tiroler Zugspitz-Arena. Unter dem Titel der jeweiligen Wanderung findet der Leser den Titel der dazu passenden Sage. Neben der farblichen Markierung des Schwierigkeitsgrades zeigt ein Wanderprofil die markantesten Punkte, die Gehzeiten und die Höhenunterschiede. Außerdem findet man Informationen zu Ausgangspunkt, Wegbeschaffenheit und Einkehrmöglichkeiten. Oft wird auch angegeben, ob die Wege für einen Kinderwagen geeignet sind oder mit dem Mountainbike befahren werden können. Die Beschreibung des Wegverlaufes ist sehr lebendig gestaltet. Gelegentlich wird darin schon auf Sagen aufmerksam gemacht. Die eigentlichen Sagen sind optisch durch einen roten Kasten mit gelber Füllung hervorgehoben. In der rechten unteren Ecke befindet sich ein sitzender Zwerg. Ferner ergänzen die Autorinnen viele ihrer vorgestellten Wanderungen mit weiteren interessanten Informationen und Themen, so zum Beispiel zu Alpenblumen, zum Vilsalpsee und zum Lech. Abgerundet wird jede Tour durch einen Kartenausschnitt und Fotos.

Fazit:
Das Buch richtet sich in zweierlei Hinsicht vor allem an Familien: Einerseits handelt es sich bei den vorgestellten Wanderungen überwiegend um einfache Touren, die für (fast) jedermann – insbesondere auch für Kinder – geeignet sind. Einzig bei der Tour von der Zugspitze zur Ehrwalder Alm handelt es sich um eine richtige Bergwanderung. Insofern sind die Kategorien der Schwierigkeitsgrade teilweise fragwürdig. So wird die Wanderung von Holzgau zum Café Uta und über Schiggen zurück als mittelschwer eingestuft. In Wirklichkeit handelt es sich eher um eine einfache Talwanderung. Andererseits werden die Touren gerade für Kinder dadurch interessant, dass sie zu den Orten führen, an denen die Sagen spielen. Manchmal sind sogar angebliche Spuren der Geschehnisse aus den Sagen zu entdecken. So sieht man angeblich am Teufelsstein bei Hinterhornbach den Fußandruck des Teufels. Wenn dann noch ein Erwachsener dabei ist, der unterwegs die Sagen spannend und glaubwürdig erzählt, werden die Wanderungen für Kinder zum Vergnügen. Etwas unglücklich ist die Wahl der Touren „Zum Schwarzwasser“ und „Die Sieglseen im Schwarzwassertal“, da die eine Wanderung Teil der anderen ist. Sinnvoller wäre es hier gewesen, die Tour „Zum Schwarzwasser“ zu streichen und stattdessen eine andere Wanderung vorzustellen. Insgesamt ist aber festzuhalten, dass die Lektüre des Wanderführers großen Spaß macht und zur Durchführung der Touren motiviert. Zugegeben – die eine oder andere Sage regt schon zum Schmunzeln an, gerade dann, wenn es um Geister oder andere merkwürdige Wesen geht, die im Außerfern angeblich ihr Unwesen treiben. Aber oft ist an den Geschichten auch etwas Wahres dran, denn einige beziehen sich auf historische Ereignisse. Man mag über die Sagen denken, was man will: Allen gemeinsam ist, dass sie Teil der Außerferner Tradition sind, und wer sich dafür interessiert und die Schauplätze der Mythen erkunden möchte, dem ist das Buch sehr zu empfehlen. Übrigens: Bei der Beantwortung der Frage, warum drei Tannen das Reuttener Wappen zieren, hilft auch Wikipedia nicht weiter. Die Erklärung dort ist nämlich falsch.

Für weitere Informationen: Tyrolia-Verlag


Buchbesprechung vom 12.04.2011 © Christian Dietz


"Alp- und Hüttenwanderungen Allgäuer Alpen"

Das Buch "Alp- und Hüttenwanderungen Allgäuer Alpen" von Herbert Mayr ist im Bergverlag Rother erschienen.

Der bekannte Bergautor Herbert Mayr, der sich auf Wander- und Radtouren in den Regionen Bodensee, Vorarlberg und Allgäu spezialisiert hat, präsentiert in seinem Buch „Alp- und Hüttenwanderungen Allgäuer Alpen“ 50 Touren nicht nur im Allgäu, sondern auch in den angrenzenden Ammergauer und Lechtaler Alpen.

Beim Aufschlagen des Buchs fällt einem sofort im Inneren des Buchdeckels die gute Tourübersicht ins Auge, in der die wichtigsten Angaben zu den vorgestellten Touren zusammengefasst sind.

Zu Beginn gibt der Autor unter anderem einige obligatorische allgemeine Hinweise zu den Anforderungen der vorgestellten Wanderungen sowie zu Gefahren und Ausrüstung. Sehr interessant ist das Kapitel über die Allgäuer Galt- und Sennalpen. Darin beschreibt Mayr den Wandel der Milchwirtschaft und den Verlauf des Alpjahres vom Alpaufzug bis zur Viehscheid.

Jede der vorgestellten Touren beginnt mit einer Vorstellung der Wanderung zur Motivation. Ganz oben am Seitenrand kann der Leser sofort anhand einer farbigen Markierung erkennen, in welchen Schwierigkeitsgrad die Tour einzuordnen ist: Blau bedeutet leicht, rot ist mittel, und schwarz heißt schwierig. Ebenso verteilt der Verfasser für jede Tour Sternchen. Drei Sternchen bedeuten, dass die Tour sehr empfehlenswert ist. Über eine solche Einteilung lässt sich natürlich streiten, weil jeder Wanderer die Schönheit einer Tour ganz subjektiv wahrnimmt. Neben der eigentlichen Wegbeschreibung stellt der Autor dem Leser noch viele weitere nützliche Informationen zur Verfügung. Eine Kurzinfo gibt u.a. Hinweise zu Talort, Ausgangspunkt und Gehzeit. Interessant ist auch, dass angegeben wird, ob die Tour häufiger oder selten begangen wird. Bei den Kurzinfos nennt der Autor auch Anschlusstouren, wobei hier die angegebenen Schwierigkeitsgrade teilweise sehr fraglich sind. So wird etwa die Wanderung von der Rappenseehütte zum Rappenseekopf als schwierig eingestuft, während der Übergang von der Rappenseehütte zum Waltenberger Haus mit dem Schwierigkeitsgrad „mittel“ bezeichnet wird. Ferner beschreibt Mayr auch Sehenswürdigkeiten, die am Weg oder in der Nähe des Ausgangspunkts liegen. Des Weiteren nennt er Einkehrmöglichkeiten am Weg. Für alle Feinschmecker werden sogar die Spezialitäten auf den einzelnen Hütten aufgezählt. Abgerundet wird jede Tourenbeschreibung durch Fotos, die teilweise jedoch etwas klein geraten sind, sowie durch ein Höhenprofil und ein Wanderkärtchen.

Fazit:
Für alle Freunde Allgäuer und Außerferner Almen und Hütten, ist das Buch sehr zu empfehlen. Auf Grund des kleinen Formats passt es in jeden Rucksack. Die Tourenbeschreibungen und –informationen sind insgesamt als sehr hilfreich für die Planung der Wanderungen zu bezeichnen.


Buchbesprechung vom 27.02.2011 © Christian Dietz


"Mark Zahel: Hüttentreks"

Das Buch "Hüttentreks" von Mark Zahle ist im Bruckmann-Verlag erschienen.

Mark Zahel, Spezialist für Weitwanderungen und Gebietsdurchquerungen, stellt in seinem Buch „Hüttentreks“ 55 Mehrtagestouren in den Ostalpen vor.
Das Buch beginnt mit einer Einleitung, die das Anforderungsprofil sowie – und das erfreulicherweise recht ausführlich und für den Leser gut nachvollziehbar – die Schwierigkeitsskala der vorgestellten Touren erläutert. Außerdem geht der Autor auf die Tourenvorbereitung, die optimale Jahreszeit und das Verhalten in Notfällen ein.

Die Touren sind in fünf Kapitel eingeteilt, wobei jedes Kapitel eine geografische Einheit bildet: "Zwischen Bregenzerwald und Karwendel", "Zwischen Kaisergebirge und Salzkammergut", "Zwischen Rätikon und Stubaier Alpen", "Zwischen Zillertaler Alpen und Niederen Tauern" und "Zwischen Ortlergruppe und Julischen Alpen".

Mark Zahel widmet jeder seiner 55 Touren vier bis sechs Seiten seines Buches. Zu Beginn jeder Tourenbeschreibung findet sich am linken Seitenrand ein Steckbrief. Dieser gibt in Kurzform Auskunft über den Schwierigkeitsgrad, die Gehzeit (gemessen in Tagen) und den gesamten Höhenunterschied, der während der Tour zu überwinden ist. Außerdem ist vermerkt, ob die Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführbar ist, also ob der Tourengeher vom Endpunkt den Ausgangspunkt mit Bus und Bahn wieder erreichen kann. Etwas ausführlicher geht der Autor dann in jedem Steckbrief auf Ausgangs- und Endpunkt der Tour, Hütten am Weg, die jeweiligen Gehzeiten zwischen den Hütten, die Anforderungen und empfohlene Wanderkarten ein. Anhand des Steckbriefs bekommt der Wanderer sehr schnell eine grobe Übersicht über die vorgestellte Tour.

Die eigentlichen Tourenbeschreibungen beginnt Zahel immer mit einer kleinen Einleitung über die Besonderheiten der Wanderung, die zur Motivation des Lesers dienen soll. Anschließend werden die einzelnen Wegetappen beschrieben, wobei oft auch Varianten vorgestellt werden. Des Weiteren nennt der Autor bei jeder Tour mögliche Gipfelziele in der Nähe des Weges inklusive Aufstiegszeit, ohne jedoch eine genaue Wegbeschreibung anzugeben. Abgerundet werden die Tourenbeschreibungen durch viele Fotos, die allerdings teilweise etwas klein geraten sind und nur sehr knapp kommentiert werden, sowie durch eine Landkarte, auf der sich die einzelnen Tourenetappen verfolgen lassen.

Fazit:
Das Buch bietet eine sehr große Fülle an Vorschlägen für Mehrtagestouren in den Ostalpen. Wer also einen eher groben Überblick über möglichst viele Touren haben möchte, ist mit dem Buch sehr gut beraten. Wer jedoch mehr Wert auf sehr ausführliche Texte und großformatige Bilder legt, dem seien eher Zahels Bücher „Traumpfade in den Alpen“ und „Traumpfade von Hütte zu Hütte“ empfohlen. Auffällig ist, dass einige Touren aus den „Hüttentreks“ wesentlich ausführlicher in den beiden anderen Büchern vorgestellt werden. So entspricht etwa die Tour „Der Berliner Höhenweg“ aus den „Hüttentreks“ genau der Wanderung „Auf klassischer Route durch die Zillertaler Alpen“ – nur eben in Kurzform.
Für Alpic-User besonders interessant sind die Touren, die durch das Außerfern führen: "Allgäuer Höhenwege rund um Oberstdorf", "Von Tannheim zur Hornbachkette", "Der Lechtaler Höhenweg", "Im Herzen der Lechtaler Alpen", "Durch die Tannheimer Berge" und "Rundtour durchs Wetterstein".

Klappentext:
Mehrtägige Touren von Hütte zu Hütte bieten eine fast unschlagbare Fülle von Eindrücken und Erlebnissen. In diesem umfangreichen Band beschreibt Weitwander-Spezialist Mark Zahel 55 abwechslungsreiche Routen mit einer Dauer von zwei Tagen bis zu einer Woche. Die Tourenauswahl erstreckt sich über alle bedeutenden Bergregionen der Ostalpen: Sowohl Genießer als auch anspruchsvolle Bergwanderer finden zwischen Bregenzer Wald im Nordwesten und Julischen Alpen im Südosten garantiert die passende Tour! Neben den exakten Routenbeschreibungen gibt es alle wichtigen Informationen rund um die Tour, zusätzliche Tipps sowie herrliche Aufnahmen. Ein Standardwerk für alle Hüttentrekker!

Buchbesprechung vom 31.12.2010 © Christian Dietz


"Bergwanderungen, Gipfelziele und Höhenwege in den Allgäuer Alpen"

Das Buch "Bergwanderungen, Gipfelziele und Höhenwege in den Allgäuer Alpen" von Tobias Sessler ist bei der Books on Demand GmbH erschienen.

Tobias Sessler präsentiert in seinem Buch “Bergwanderungen, Gipfelziele und Höhenwege in den Allgäuer Alpen” 60 Touren auf Gipfel, zu Hütten und über Höhenwege zwischen dem Kleinwalsertal, Oberstdorf und dem Tannheimer Tal.

In der Einleitung geht der Autor sehr ausführlich auf die Schwierigkeiten der vorgestellten Wanderungen und die Klassifizierung ein. Die vorgestellten Touren gliedert er in drei Schwierigkeitsstufen, wobei die anspruchsvollsten Touren im Schwierigkeitsgrad I liegen. Ferner gibt Sessler Hinweise zu Sprachgebrauch, alpinen Gefahren, Ausrüstung, Wanderkarten sowie zu Höhendifferenzen und Gehzeiten.

Die einzelnen Tourenbeschreibungen beginnen jeweils mit einem Steckbrief. Darin nennt der Autor Gehzeit, Höhendifferenz (sogar auf den Meter genau, wobei der Nutzen hier eher fragwürdig ist, weil zwischenzeitliche Höhenverluste nicht berücksichtigt werden) sowie Stützpunkte der jeweiligen Wanderung, und er beschreibt den Anfahrtsweg zum Ausgangspunkt. Gut sichtbar ist am Rand der Schwierigkeitsgrad der Tour angegeben. Die Schwierigkeiten werden in einem kurzen Text erläutert. Einige Beschreibungen starten mit einer ausführlichen Vorstellung der Tour. Dabei geht Sessler beispielsweise auf Geologie, Erstbesteigung oder Alternativrouten ein. Die eigentliche Tourenbeschreibung erfolgt nur in Stichpunkten. Bei wenigen Wanderungen wird die Strecke im Detail dargestellt, so etwa bei der Krinnenspitze via Gamsbocksteig, beim Tannheimer Höhenweg und beim Aggenstein.

Ergänzt werden die Tourenbeschreibungen durch sogenannte „Hauptroutennetze“. Das sind Ausschnitte aus Wanderkarten, die der Autor selbst erstellt hat, auf denen in der Regel die Verläufe mehrerer Wanderungen skizziert sind. Wenige Fotos, teilweise nur in schwarz-weiß, runden die Tourenbeschreibungen ab.

Fazit:
Das Buch stellt ohne viel Drumherum 60 Wanderungen in den Allgäuer Alpen vor. Die Tourenbeschreibungen sind äußerst knapp, die optische Aufmachung erinnert teilweise an eine wissenschaftliche Arbeit. Die wenigen Fotos sehen eher aus wie aus dem Drucker. Mit den Werken von Dieter Seibert ist dieser Bergführer absolut nicht zu vergleichen. Dafür bietet er den Vorteil, dass der Autor wirklich nur das Nötigste beschreibt ohne abzuschweifen. Vom Format her passt das Buch in jeden Rucksack. Schließlich ist es vom Preis her unschlagbar, denn nur selten findet man 60 Tourenbeschreibungen zu so einem günstigen Preis.

Klappentext:
Das wild-romantische Gebirgsmassiv der Allgäuer Alpen wird von eindrucksvollen Fels- und Grasbergen geprägt, die fast immer über markierte Wege bzw. Steige erreicht werden können. Verschiedene Hütten und die entsprechende Infrastruktur in den Tälern erleichtern jegliche Unternehmung in der oftmals spektakulären Umgebung. Der Führer beschreibt zahlreiche Touren in verschiedenen Schwierigkeiten unterhalb des II. Grades (UIAA). Das Spektrum reicht hierbei von Wanderungen für Jedermann bis hin zu anspruchsvolleren Bergtouren, wie dem Gipfelsteig auf den Großen Widderstein oder dem Heilbronner Weg. Jede Darstellung beinhaltet, neben einer Routengrafik, u.a. Angaben zu Höhendifferenzen, Gehzeiten und den relevanten Stützpunkten. Diverse Touren wurden mit besonders ausführlichen Detailbeschreibungen versehen.

Buchbesprechung vom 07.01.2011 © Christian Dietz


Fenster in die Allgäuer Alpen



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