"Alp- und Hüttenwanderungen Allgäuer Alpen"

Das Buch "Alp- und Hüttenwanderungen Allgäuer Alpen" von Herbert Mayr ist im Bergverlag Rother erschienen.

Der bekannte Bergautor Herbert Mayr, der sich auf Wander- und Radtouren in den Regionen Bodensee, Vorarlberg und Allgäu spezialisiert hat, präsentiert in seinem Buch „Alp- und Hüttenwanderungen Allgäuer Alpen“ 50 Touren nicht nur im Allgäu, sondern auch in den angrenzenden Ammergauer und Lechtaler Alpen.

Beim Aufschlagen des Buchs fällt einem sofort im Inneren des Buchdeckels die gute Tourübersicht ins Auge, in der die wichtigsten Angaben zu den vorgestellten Touren zusammengefasst sind.

Zu Beginn gibt der Autor unter anderem einige obligatorische allgemeine Hinweise zu den Anforderungen der vorgestellten Wanderungen sowie zu Gefahren und Ausrüstung. Sehr interessant ist das Kapitel über die Allgäuer Galt- und Sennalpen. Darin beschreibt Mayr den Wandel der Milchwirtschaft und den Verlauf des Alpjahres vom Alpaufzug bis zur Viehscheid.

Jede der vorgestellten Touren beginnt mit einer Vorstellung der Wanderung zur Motivation. Ganz oben am Seitenrand kann der Leser sofort anhand einer farbigen Markierung erkennen, in welchen Schwierigkeitsgrad die Tour einzuordnen ist: Blau bedeutet leicht, rot ist mittel, und schwarz heißt schwierig. Ebenso verteilt der Verfasser für jede Tour Sternchen. Drei Sternchen bedeuten, dass die Tour sehr empfehlenswert ist. Über eine solche Einteilung lässt sich natürlich streiten, weil jeder Wanderer die Schönheit einer Tour ganz subjektiv wahrnimmt. Neben der eigentlichen Wegbeschreibung stellt der Autor dem Leser noch viele weitere nützliche Informationen zur Verfügung. Eine Kurzinfo gibt u.a. Hinweise zu Talort, Ausgangspunkt und Gehzeit. Interessant ist auch, dass angegeben wird, ob die Tour häufiger oder selten begangen wird. Bei den Kurzinfos nennt der Autor auch Anschlusstouren, wobei hier die angegebenen Schwierigkeitsgrade teilweise sehr fraglich sind. So wird etwa die Wanderung von der Rappenseehütte zum Rappenseekopf als schwierig eingestuft, während der Übergang von der Rappenseehütte zum Waltenberger Haus mit dem Schwierigkeitsgrad „mittel“ bezeichnet wird. Ferner beschreibt Mayr auch Sehenswürdigkeiten, die am Weg oder in der Nähe des Ausgangspunkts liegen. Des Weiteren nennt er Einkehrmöglichkeiten am Weg. Für alle Feinschmecker werden sogar die Spezialitäten auf den einzelnen Hütten aufgezählt. Abgerundet wird jede Tourenbeschreibung durch Fotos, die teilweise jedoch etwas klein geraten sind, sowie durch ein Höhenprofil und ein Wanderkärtchen.

Fazit:
Für alle Freunde Allgäuer und Außerferner Almen und Hütten, ist das Buch sehr zu empfehlen. Auf Grund des kleinen Formats passt es in jeden Rucksack. Die Tourenbeschreibungen und –informationen sind insgesamt als sehr hilfreich für die Planung der Wanderungen zu bezeichnen.


Buchbesprechung vom 27.02.2011 © Christian Dietz


"Mark Zahel: Hüttentreks"

Das Buch "Hüttentreks" von Mark Zahle ist im Bruckmann-Verlag erschienen.

Mark Zahel, Spezialist für Weitwanderungen und Gebietsdurchquerungen, stellt in seinem Buch „Hüttentreks“ 55 Mehrtagestouren in den Ostalpen vor.
Das Buch beginnt mit einer Einleitung, die das Anforderungsprofil sowie – und das erfreulicherweise recht ausführlich und für den Leser gut nachvollziehbar – die Schwierigkeitsskala der vorgestellten Touren erläutert. Außerdem geht der Autor auf die Tourenvorbereitung, die optimale Jahreszeit und das Verhalten in Notfällen ein.

Die Touren sind in fünf Kapitel eingeteilt, wobei jedes Kapitel eine geografische Einheit bildet: "Zwischen Bregenzerwald und Karwendel", "Zwischen Kaisergebirge und Salzkammergut", "Zwischen Rätikon und Stubaier Alpen", "Zwischen Zillertaler Alpen und Niederen Tauern" und "Zwischen Ortlergruppe und Julischen Alpen".

Mark Zahel widmet jeder seiner 55 Touren vier bis sechs Seiten seines Buches. Zu Beginn jeder Tourenbeschreibung findet sich am linken Seitenrand ein Steckbrief. Dieser gibt in Kurzform Auskunft über den Schwierigkeitsgrad, die Gehzeit (gemessen in Tagen) und den gesamten Höhenunterschied, der während der Tour zu überwinden ist. Außerdem ist vermerkt, ob die Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführbar ist, also ob der Tourengeher vom Endpunkt den Ausgangspunkt mit Bus und Bahn wieder erreichen kann. Etwas ausführlicher geht der Autor dann in jedem Steckbrief auf Ausgangs- und Endpunkt der Tour, Hütten am Weg, die jeweiligen Gehzeiten zwischen den Hütten, die Anforderungen und empfohlene Wanderkarten ein. Anhand des Steckbriefs bekommt der Wanderer sehr schnell eine grobe Übersicht über die vorgestellte Tour.

Die eigentlichen Tourenbeschreibungen beginnt Zahel immer mit einer kleinen Einleitung über die Besonderheiten der Wanderung, die zur Motivation des Lesers dienen soll. Anschließend werden die einzelnen Wegetappen beschrieben, wobei oft auch Varianten vorgestellt werden. Des Weiteren nennt der Autor bei jeder Tour mögliche Gipfelziele in der Nähe des Weges inklusive Aufstiegszeit, ohne jedoch eine genaue Wegbeschreibung anzugeben. Abgerundet werden die Tourenbeschreibungen durch viele Fotos, die allerdings teilweise etwas klein geraten sind und nur sehr knapp kommentiert werden, sowie durch eine Landkarte, auf der sich die einzelnen Tourenetappen verfolgen lassen.

Fazit:
Das Buch bietet eine sehr große Fülle an Vorschlägen für Mehrtagestouren in den Ostalpen. Wer also einen eher groben Überblick über möglichst viele Touren haben möchte, ist mit dem Buch sehr gut beraten. Wer jedoch mehr Wert auf sehr ausführliche Texte und großformatige Bilder legt, dem seien eher Zahels Bücher „Traumpfade in den Alpen“ und „Traumpfade von Hütte zu Hütte“ empfohlen. Auffällig ist, dass einige Touren aus den „Hüttentreks“ wesentlich ausführlicher in den beiden anderen Büchern vorgestellt werden. So entspricht etwa die Tour „Der Berliner Höhenweg“ aus den „Hüttentreks“ genau der Wanderung „Auf klassischer Route durch die Zillertaler Alpen“ – nur eben in Kurzform.
Für Alpic-User besonders interessant sind die Touren, die durch das Außerfern führen: "Allgäuer Höhenwege rund um Oberstdorf", "Von Tannheim zur Hornbachkette", "Der Lechtaler Höhenweg", "Im Herzen der Lechtaler Alpen", "Durch die Tannheimer Berge" und "Rundtour durchs Wetterstein".

Klappentext:
Mehrtägige Touren von Hütte zu Hütte bieten eine fast unschlagbare Fülle von Eindrücken und Erlebnissen. In diesem umfangreichen Band beschreibt Weitwander-Spezialist Mark Zahel 55 abwechslungsreiche Routen mit einer Dauer von zwei Tagen bis zu einer Woche. Die Tourenauswahl erstreckt sich über alle bedeutenden Bergregionen der Ostalpen: Sowohl Genießer als auch anspruchsvolle Bergwanderer finden zwischen Bregenzer Wald im Nordwesten und Julischen Alpen im Südosten garantiert die passende Tour! Neben den exakten Routenbeschreibungen gibt es alle wichtigen Informationen rund um die Tour, zusätzliche Tipps sowie herrliche Aufnahmen. Ein Standardwerk für alle Hüttentrekker!

Buchbesprechung vom 31.12.2010 © Christian Dietz


"Bergwanderungen, Gipfelziele und Höhenwege in den Allgäuer Alpen"

Das Buch "Bergwanderungen, Gipfelziele und Höhenwege in den Allgäuer Alpen" von Tobias Sessler ist bei der Books on Demand GmbH erschienen.

Tobias Sessler präsentiert in seinem Buch “Bergwanderungen, Gipfelziele und Höhenwege in den Allgäuer Alpen” 60 Touren auf Gipfel, zu Hütten und über Höhenwege zwischen dem Kleinwalsertal, Oberstdorf und dem Tannheimer Tal.

In der Einleitung geht der Autor sehr ausführlich auf die Schwierigkeiten der vorgestellten Wanderungen und die Klassifizierung ein. Die vorgestellten Touren gliedert er in drei Schwierigkeitsstufen, wobei die anspruchsvollsten Touren im Schwierigkeitsgrad I liegen. Ferner gibt Sessler Hinweise zu Sprachgebrauch, alpinen Gefahren, Ausrüstung, Wanderkarten sowie zu Höhendifferenzen und Gehzeiten.

Die einzelnen Tourenbeschreibungen beginnen jeweils mit einem Steckbrief. Darin nennt der Autor Gehzeit, Höhendifferenz (sogar auf den Meter genau, wobei der Nutzen hier eher fragwürdig ist, weil zwischenzeitliche Höhenverluste nicht berücksichtigt werden) sowie Stützpunkte der jeweiligen Wanderung, und er beschreibt den Anfahrtsweg zum Ausgangspunkt. Gut sichtbar ist am Rand der Schwierigkeitsgrad der Tour angegeben. Die Schwierigkeiten werden in einem kurzen Text erläutert. Einige Beschreibungen starten mit einer ausführlichen Vorstellung der Tour. Dabei geht Sessler beispielsweise auf Geologie, Erstbesteigung oder Alternativrouten ein. Die eigentliche Tourenbeschreibung erfolgt nur in Stichpunkten. Bei wenigen Wanderungen wird die Strecke im Detail dargestellt, so etwa bei der Krinnenspitze via Gamsbocksteig, beim Tannheimer Höhenweg und beim Aggenstein.

Ergänzt werden die Tourenbeschreibungen durch sogenannte „Hauptroutennetze“. Das sind Ausschnitte aus Wanderkarten, die der Autor selbst erstellt hat, auf denen in der Regel die Verläufe mehrerer Wanderungen skizziert sind. Wenige Fotos, teilweise nur in schwarz-weiß, runden die Tourenbeschreibungen ab.

Fazit:
Das Buch stellt ohne viel Drumherum 60 Wanderungen in den Allgäuer Alpen vor. Die Tourenbeschreibungen sind äußerst knapp, die optische Aufmachung erinnert teilweise an eine wissenschaftliche Arbeit. Die wenigen Fotos sehen eher aus wie aus dem Drucker. Mit den Werken von Dieter Seibert ist dieser Bergführer absolut nicht zu vergleichen. Dafür bietet er den Vorteil, dass der Autor wirklich nur das Nötigste beschreibt ohne abzuschweifen. Vom Format her passt das Buch in jeden Rucksack. Schließlich ist es vom Preis her unschlagbar, denn nur selten findet man 60 Tourenbeschreibungen zu so einem günstigen Preis.

Klappentext:
Das wild-romantische Gebirgsmassiv der Allgäuer Alpen wird von eindrucksvollen Fels- und Grasbergen geprägt, die fast immer über markierte Wege bzw. Steige erreicht werden können. Verschiedene Hütten und die entsprechende Infrastruktur in den Tälern erleichtern jegliche Unternehmung in der oftmals spektakulären Umgebung. Der Führer beschreibt zahlreiche Touren in verschiedenen Schwierigkeiten unterhalb des II. Grades (UIAA). Das Spektrum reicht hierbei von Wanderungen für Jedermann bis hin zu anspruchsvolleren Bergtouren, wie dem Gipfelsteig auf den Großen Widderstein oder dem Heilbronner Weg. Jede Darstellung beinhaltet, neben einer Routengrafik, u.a. Angaben zu Höhendifferenzen, Gehzeiten und den relevanten Stützpunkten. Diverse Touren wurden mit besonders ausführlichen Detailbeschreibungen versehen.

Buchbesprechung vom 07.01.2011 © Christian Dietz


"Allgäuer Bergfieber: Bergsteigergeschichte(n) einer rauen Region"

Das Buch "Allgäuer Bergfieber: Bergsteigergeschichte(n) einer rauen Region" von Uli Auffermann ist im Bruckmann Verlag erschienen.

Das Allgäu gilt als lieblich - jedoch kann es auch anders! Einmal mehr liefert der Autor Uli Auffermann einen eindrucksvollen Beweis für seine Liebe zu den Allgäuer Alpen. In seinem aktuellen Buch "Allgäuer Bergfieber" zeigt er das Allgäu als echtes Bergsteigerland, abenteuerlich und rau. Er vermittelt in vielen interessanten Geschichten Allgäuer Alpingeschichte von der Erschließung der Allgäuer Alpen z.B. durch Hermann von Barth bis hin in die Gegenwart zu den "jungen Allgäuer Kletterern" wie z.B. Florian Jehle. Er bewahrt die alpinen Pioniere der Allgäuer Berge vor der Vergessenheit. Selbst die Bewohner der Allgäuer Gebirgsorte dürften in dem vorliegenden Werk noch viel Unbekanntes über Ihre Heimat erfahren. Oder wusstet Ihr, dass der legendäre Hüttenwirt der Mindelheimer Hütte Jochen Krupinski ein eigenes Kochbuch herausgegeben hat?

Ein kurzes Geleitwort von Trudl Heckmair, der Frau des verstorbenen Allgäuer Bergsteiger Pioniers und langjährigen Freundes des Autors, Anderl Heckmair, eröffnet das unterhaltsame Lesebuch. In vielen Kapiteln wird der Name Anderl Heckmair auftauchen, der bis zum Schluss in der Bergwelt seiner Oberstdorfer Heimat unterwegs war.

Uli Auffermann geht bei seiner Entdeckungsreise durch die Allgäuer Alpen systematisch vor. In den nach markanten Berggruppen abgefassten Kapiteln, werden neben deren charakteristischen Mermalen zunächst die alpinen Erschließer vorgestellt. Vom Bau von Unterkünftshäusern, über das Bergrettungswesen und die Erschließung von Wegnetzen bis hin zur neuzeitlichen Geschichte, läuft so durch jedes Kapitel ein roter Faden. Aufgelockert werden die Geschichten durch überliefertes Bildmaterial, das in dieser Konzentration zur Geschichte des Bergsteigens im Allgäu sicher einzigartig sein dürfte. Ergänzt werden die jeweiligen Berggruppen dann noch mit Anregungen und ausgewählten aktuellen Tourenvorschlägen.

Das erste Kapitel beginnt mit dem Tor zum Allgäu, dem Grünten, Stuiben und der Hörnergruppe. Mit Carl Hirnbein und dem Bau des Grüntenhaus beginnt die Zeitreise Mitte des 18. Jahrhunderts. Damit wurde praktisch die touristische Erschließung des Allgäus und dessen einzigartiger Berge eingeläutet. Mit dem Bau von Unterkunftshäusern kamen die ersten Bergsteiger und Kletterer, im Winter die ersten Skitourengeher. Wer weiss heute noch, dass der Kemptner Arzt Dr. Max Madlener der Erfinder des Steigfells ist? Er wagte sich im Februar 1897 als Erster mit seinen Brettern auf den Stuiben. Im weiteren Verlauf folgt auch ein kurzer Abschnitt über die Gründung des Skiclubs Sonthofen. Als aktuellen Tourentipp schlägt Uli Auffermann die Besteigung des Grünten, des Stuiben und des Säuling vor.

Die weiteren Kapitel:
Pioniertaten mit Expeditionscharakter: die Hornbachkette
Neben Hermann von Barth, dem ersten Hochtourist des Allgäus, Anton Spiehler - dem Vater der Allgäuer Höhenwegen, Josef Enzensperger mit sportlicher Ausrichtung wird auch die Geschichte vom jungen Bergführer Willi Wechs mit seinen wichtigsten Stationen aufgeführt. Im März 1941 leitete Wechs eine Unternehmung mit echtem Expeditionscharakter: die Durchquerung der Hornbachkette, die über 12 Gipfel verlief. Eine solch alpine Großtat hätte sicher größeres Echo erhalten, wenn Sie in den Ostalpen erfolgt wäre. Wechs hatte damit die Erfahrung gelehrt, dass direkt vor der eigenen Haustür mit etwas Kreativität und vor allem im Winter, in der stillen Jahreszeit, all das zu finden sei, was großen, intensiven Alpinismus in seiner Essenz ausmacht. Daneben bringt Uli Auffermann immer wieder lokale Persönlichkeiten ins Spiel, z. B. eine Episode mit Florian Kerber, Bergführer aus Bach im Lechtal.

  • Wild zerfurchtes Felsenland: die Wolfebnerspitzen
  • Das Matterhorn des Allgäu: im Schatten des Hochvogels
  • Im Felsenreich der Kletterer: die Tannheimer Berge
  • Alpines Treiben hoch über dem Retterschwangtal: im Nebelhorngebiet
  • Im Herzen der Allgäuer Alpen: Trettach, Mädelegabel und die anderen Großen
  • Steilfels und grasgrüne Himmelsleitern: hoch über dem Oytal
  • Die Königin - sonderbar und charismatisch: Höfats
  • Vom Fellhornkamm bis zum Widderstein: zwischen Stillach und Walsertal
  • Aussicht bis zum schwäbischen Meer: ganz im Westen
  • Epilog: der Alpinismus lebt

Im Rahmen meiner Buchbesprechung ist es mir unmöglich, auf die ganze Fülle dieses komplexen Werkes der Alpingeschichte der Allgäuer Alpen einzugehen. Zusammenfassend kann gesagt werden: Sei es die Erschließung von Kletterrouten an den Wolfebnerspitzen mit Hans Lobenhoffer, von der Idee bis zur Errichtung der Hermann-von-Barth-Hütte, Bilddokumente zum Bau des Jubiläumsweges, Edelweissdiebe, von der Blumenwacht zur Bergwacht oder die Begleitung von Jürgen Schafroth und Gerhard Baur bei Filmarbeiten - das Buch vermittelt lebendig alles Wissenswerte rund um das Allgäuer Bergsteigen, sommerliche wie winterliche Alpingeschichte, bis ins Heute.

Robert Jasper (geb. 1968), Profi-Bergsteiger und Extremalpinist: "Gerade die Touren die wir im Allgäu gemacht haben, sind die wirklichen Abenteuertouren. Die Art des Kletterns im Allgäu ist für mich echtes Abenteuerklettern."

Vielen Dank für dieses umfassende Werk. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, der sich etwas für die Geschichte der Allgäuer Alpen interessiert.


Buchbesprechung vom 07.01.2011 © Oliver Weindorf


"Peter Habeler: Das Ziel ist der Gipfel"

Peter Habeler: Das Ziel ist der Gipfel Das Buch "Peter Habeler: Das Ziel ist der Gipfel" ist im Tyrolia-Verlag Innsbruck erschienen.

Zu den Autoren:
Peter Habeler. Hinter dem unter Alpinisten weltbekannten Namen steckt mehr als nur der erste Bezwinger des Everests ohne künstlichen Sauerstoff. Geboren 1942 lebt er als Bergführer und Skilehrer in seinem Heimatort Mayrhofen im Zillertal; seine Expeditionen in den Himalaja, machten ihn zu einem der bekanntesten Alpinisten unserer Zeit. Karin Steinbach Tarnutzer, geb. 1966 in Würzburg und bei München aufgewachsen, war von frühester Jugend an in den Bergen unterwegs. Im Deutschen Alpenverein erhielt sie mit 22 Jahren die Lizenz als Fachübungsleiterin Hochtouren. Nach der Ausbildung zur Verlagskauffrau im studierte sie Literatur- und Kommunikationswissenschaften sowie Psychologie und war danach in Zeitschriften- und Buchverlagen tätig. Als Lektorin und später als Programmleiterin hat sie sich auf Berg- und Abenteuerbücher spezialisiert. Seit 2001 lebt sie in der Schweiz, 2006 hat sie sich als freie Lektorin und Autorin in St. Gallen selbständig gemacht. Ihre Begeisterung für Fels und Eis hat bis heute nicht nachgelassen und führt sie noch immer in die Berge, vor allem in Kletterrouten in den Schweizer Alpen.

Zum Buch "Das Ziel ist der Gipfel":
Das gut 200-seitige Werk gliedert sich in neun größere Abschnitte. Zunächst erfährt der Leser aus der Sicht Habelers die Geschehnisse, zu deren Verfeinerung sich jedes Mal ein Dialog mit Karin Steinbach anschließt. Gerade diese zwei Sichtweisen auf das Geschilderte fördern viele interessante, teilweise auch lustige Inhalte zu Tage. Was die einzelnen Bergbesteigungen betrifft, so darf man keine genauen Wegbeschreibungen erwarten. Habeler geht vielmehr auf das Erlebte, die Anstrengungen, die körperlichen Anforderungen und vorallem auf die Beziehung zwischen ihm und seinen Bergpartnern ein.

Die Kapitel im Einzelnen:
1. Jeder hat seinen Achttausender
In diesem, nur sehr knapp abgehandelten Kapitel erzählt der Autor über das Bergsteigen an sich, wie er dazu gekommen ist und was der große Reiz an dem Erkunden neuer und unbekannter Flecken dieser Erde ist. Es gehe ihm mittlerweile nicht mehr um das "Höher", "Weiter" und "Schneller"! Mittlerweile schätze er auch eine ausgedehnte Rundtour in seinen heimatlichen Zillertaler Bergen

2. Lausbuben am Everest
Es ist zweifelsohne eines der ganz großen Highlights in Habelers Bergsteigerleben und zugleich eine alpinistische Ausnahmetour, die noch heute großen Respekt und Anerkennung verdient. Zusammen mit Reinhold Messner gelang ihm die erste Besteigung des Mount Everest ohne künstlichen Flaschensauerstoff. Was heutzutage nur den ganz zähen Bergsteigern gelingt, wurde 1978 für unmöglich erklärt. Nur 1/3 des Sauerstoffs der auf Meereshöhe zur Verfügung steht: Das reiche für derartige Anstrengungen in großen Höhen niemals aus, so die einhellige Meinung. Messner und Habeler bewiesen auf eindrucksvollste Art und Weise, dass es eben doch geht.

3. Helden und Lehrmeister
In erster Linie geht es in diesem Abschnitt um die Beziehung Habelers zum Klettern und wie er dazu gekommen ist. Große Namen wie Hias Rebitsch, Anderl HeckmairRicardo Cassin oder Walter Bonatti werden unter anderem erwähnt.

4. Erfolge und Rückschläge an den hohen Bergen der Welt
In diesem 25-seitigen Kapitel erzählt der Autor in spannender Art und Weise zunächst von der erfolgreichen Nanga-Parba-Expedition u. a. mit Michl Dacher im Jahr 1985. Habeler sieht sich bei dieser Expedition in der Form seines Lebens - alles klappt reibungslos und nach mehreren Anläufen und knapp werdender Zeit gelingt am 10. Juli endlich die Gipfelbesteigung über die anspruchsvolle Diamair-Wand. Wenige Wochen später nahmen sich die beiden auch noch den Dhaulagiri in Nepal vor. Hier schien ihr Glück kurzzeitig aufgebraucht, denn Habeler erkrankte auf 4400 Metern Höhe an einer Lungenentzündung. Nur mit Mühe und Not konnte er sich ins Basislager schleppen, wobei er beim Abstieg in die Nacht geriet, stürzte und anschließend im Freien biwakieren musste.

5. Die schönsten Berge stehen daheim
Ein kleiner Schwenk in die Vergangenheit führt den Leser über Habelers Kindheit bis zu seinen ersten kleineren, später größeren Touren in den heimischen Zillertaler Bergen. So konnte er nicht nur zahlreiche Gletschertouren, sondern auch umfangreiche und teils sehr schwierige Erstbegehungen an den heimischen Wänden verzeichnen.

6. Die Göttin des Türkis
Zusammen mit Marcel Ruedi aus der Schweiz war für das Jahr 1986 eine kleine, schnelle Expedition über den Südwestgrat auf den Cho Oyo geplant. Ürsprünglich als Erstbegehung gedacht, gelang den beiden jedoch die zweite Besteigung über dieses Grat. Ein paar Tage zuvor vollbrachte eine polnische Expedition die Erstbegehung - seitdem wird dieser Grat auch Polengrat genannt.

7. Der Bergprofesser
Aus seinem Hobby einen Beruf zu machen! Wer träumt nicht davon? Habeler hat es aufgrund seiner großen Erfahrung, seiner Ausbildung zum Ski- und Bergführer und nicht zuletzt wegen seines Bekanntheitsgrades geschafft: Die Ski- und Alpinschule Mount Everest im heimischen Mayhofen/Zillertal sichert seitdem Habelers Lebensunterhalt. Spannend und ausführlich beschreibt er den Prozess von der Idee bis zu seinem heutigen Unternehmen

8. Wie auf einer Himmelsleiter
Wiederum in einer kleinen Expedition nahm sich Habeler mit seinen Freunden den dritt höchsten Berg der Erde, den Kangchendzönga vor. Nach einer längeren Schönwetterperiode schlug am Gipfeltag das Wetter um. Schlechte Sicht und ergiebiger Schneefall forderten den drei Bergsteigern im Abstieg alles ab. Über drei Tage lang lotste Habeler seine erschöpften Bergkameraden den Berg hinab - was sie nur doch viel Glück und dank Habelers herausragender körperlicher Verfassung überlebten.

9. Allein ist alles anders
"Dass du nur auf dich selbst beschränkt bist, macht den Reiz aus, es intensiviert das Erlebnis". Wer denkt alleinig Alexander Huber hat das Free Solo salonfähig gemacht, der irrt. Schon einige Jahre vorher nahm sich eine junge und aufstrebende Klettergeneration dem Reiz des absolut freien Kletterns an. Auch der Autor kann in diesem Zusammenhang einige wilde Klettereien im Karwendel und im Kaiser aufweisen - der Inhalt dieses Abschnitts

10. Gaudi oder Plaisir - Klettern einst und jetzt
Das letzte Kapitel dieses kurzweiligen Werkes, richtet sich erneut an alle Kletterfans. Anhand von zahlreichen Beispielen vergleicht Habeler die Kletterbewegung von früher mit der von heute. Nicht nur auf reine Felstouren, sondern auch auf alpine Klassiker wie z. B. am Mont Blanc wird ausführlich eingegangen

Fazit: Habeler ist mehr als seine Mount-Everest-Besteigung vo 78. Er ist in erster Linie ein sehr sympathischer Bergsteiger, der eine enorme Anzahl an Touren in der ganzen Welt vorzuweisen hat. In kurzweiliger und anschaulicher Art und Weise berichtet er über das Erlebte. Insgesamt eine super Lektüre, die sich jeder Fan von alpiner Literatur einmal gönnen sollte! Absolute Kaufempfehlung meinerseits, gerade jetzt zu Weihnachten und für die kalten Tage!


Buchbesprechung vom 09.12.2010 © Max Schuler

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